Das Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft wurde 2009 gegründet und vereint die Fachgebiete Musikwissenschaft und Medienwissenschaft in der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät. Insgesamt sieben Professor*innen forschen und lehren in drei Vollstudiengängen (BA Musikwissenschaft, MA Musikwissenschaft und MA Medienwissenschaft) sowie einem Nebenfach (BA Medienwissenschaft). Das Institut befindet sich in den Gebäuden Am Kupfergraben 5 und Georgenstraße 47 (Pergamon-Palais). Dort versammelt es neben Büros, Sekretariaten, Seminarräumen und Hörsälen besondere Funktionsräume für Forschung und Lehre: die Mediathek, die Zweigbibliothek Musikwissenschaft, den Arbeitsraum für Sound- und Medientechnologien, das Lautarchiv der Humboldt-Universität und den Medienarchäologischen Fundus (Am Kupfergraben 5) sowie das Medientheater, zwei Medienstudios und das Signallabor (Georgenstraße 47).


Bewerbung


Informationen für Erstsemester

Herzlich willkommen beim Studium der Medienwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin! Am Anfang des ersten Semesters stehen meist eine Reihe offener Fragen — ein erster Anlaufpunkt dafür sind die FAQ auf dieser Seite. Außerdem findet am Anfang des Wintersemesters eine Einführungsveranstaltung für neue Studierende statt, in denen ein Überblick über die wichtigsten Punkte gegeben wird, die beim Studienverlauf zu beachten sind; die Termine finden Sie hier. Bei weiteren Fragen können Sie sich an die Studienfachberater wenden.
Zu Fragen der Bewerbung für einen Masterstudienplatz besuchen Sie bitte diese Seite: https://www.hu-berlin.de/de/studium/bewerbung.

Mehr Information in den FAQ


BA Studiengang

Zweitfach im Kombinationsstudiengang / Beifach im Monostudiengang

Die herausragende Bedeutung von Medien in allen Bereichen von Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ist unumstritten. Das B.A.-Studium Medienwissenschaft am Fachgebiet Medienwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin vermittelt wissenschaftliche Kompetenz im selbstständigen Umgang mit Medien, vor allem im Hinblick auf die zunehmende Vernetzung der Medien untereinander. Vor diesem Hintergrund ist der Studiengang als Zweitfach im Rahmen eines Kombinations-B.A. als sinnvolle und zeitgemäße Ergänzung zu allen an der Humboldt-Universität zu Berlin angebotenen Kernfächern zu sehen. Gleichzeitig beabsichtigt er die konsekutive Hinführung auf den im Fachgebiet angebotenen Master Medienwissenschaft. 

Studienziele / Berufsfelder

Insbesondere auch im Hinblick auf die zunehmende Vernetzung mit Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ist grundsätzliches Ziel des Studiums die Aneignung wissenschaftlicher Kompetenz im selbstständigen Umgang mit Medien.
Die wissenschaftliche Kompetenz, die im Studium erworben wird, umfasst systematische, historische, analytische, ökonomische und technisch-praktische Fähigkeiten, die für die Ausübung von konzept- und wissensorientierten Berufen im Kultur- und Medienbereich und darüber hinaus auch in Ergänzung anderer Berufe und deren Verflechtung mit Medien unabdingbar sind. Der erfolgreiche Studienabschluss in Medienwissenschaft soll sowohl auf Berufe in Kultur-, kreativwirtschaftlichen und Medieneinrichtungen als auch auf Berufe in Wissenschaft und Forschung vorbereiten bzw. für weiterführende Studiengänge, insbesondere den Master Medienwissenschaft an der Humboldt-Universität qualifizieren. Studierende erlangen diese Kompetenzen in der Mischung aus Präsenzlehre, virtueller Lehre und Selbststudium.

Module im BA Studiengang Medienwissenschaft

Modul I: Einführung in die Medienwissenschaft

Das Modul vermittelt grundlegende wissenschaftliche Arbeitstechniken, Theorien und Methoden der Medien-wissenschaft. Die Studierenden erproben, diskutieren und erarbeiten die Lektüre und den Umgang mit medienwissenschaftlichen Texten und Terminologien; sie erlernen die Grundlagen der Mediengeschichtsschreibung und medienspezifischer Analysetechniken. Die analytischen Zugänge umfassen u. a. traditionelle Medien (etwa Buch, Teleskop, Kompass), audiovisuelle Medien (etwa Radio, Film, Fernsehen, Video) sowie inter-aktive Medien (etwa Computerspiele, Internet, mobile Medien). Einführend gibt das Modul zudem einen ersten Überblick über medienbasierte Anwendungsfelder – insbesondere im Bereich digitaler Medien und der Mediendramaturgie.

Modul II: Medientheorien

In diesem Modul erlangen die Studierenden Einblicke in den Kanon der Medientheorie und in Theorien anderer Disziplinen, die auf Fragen des Medialen übertragbar sind. Vermittelt werden bspw. theoretische Ansätze der Medienarchäologie, Medienphilologie, Medienästhetik, der Science and Technology Studies, der Disability Studies, Material Culture Studies oder Digital Media Studies. Darüber hinaus führt das Modul in medientheoretisch relevante Texte aus Bereichen wie Mathematik, Logik oder Diagrammatik ein. Die Studierenden er-langen solide Kenntnisse der einschlägigen Literatur und Methoden und sind in der Lage, eigenständige theoretische Arbeiten anzufertigen. Das Modul vertieft ferner die Fertigkeit im analytischen Umgang mit Medien-technologien wie etwa dem Phonographen oder dem Computer.

Modul III: Medienarchäologie versus Medienhistoriografie

Im Modul wird ein grundlegendes Verständnis über die Historizität von Medien erarbeitet – wobei die historische Verfasstheit von Massenmedien (Film, Print, Computer) und scheinbar randständigen Technologien (Spiegel, Kalender, Lochkarten, Schreibmaschinen, Synthesizer) gleichermaßen Berücksichtigung findet. Mit der Medienarchäologie und der Medienhistoriografie eröffnet das Modul zwei unterschiedliche Perspektiven auf die Mediengeschichte. Unter dem Stichwort „Medienhistoriografie“ werden grundlegende historiografische Methoden wie Quellenkritik, Lesen und Übersetzen historischer Dokumente und Archivrecherchen vermittelt. Darüber hinaus gibt das Modul einen Überblick über neuere Ansätze zur Rekonstruktion historisch und geo-graphisch variabler Mediendiskurse und langzeitlicher Mediengenealogien (z.B. digitale Analyse historischer Netzwerke, Visualisierung historischer Medieninfrastrukturen). Die Medienarchäologie zielt auf ein analytisches Arbeiten mit und an Medientechnologien zum besseren Verständnis der jeweils spezifischen Logik und Operativität von Einzelmedien. Medienarchäologie thematisiert darüber hinaus die unterschiedlichen und in sich dynamischen „Schichten“ historischer Medientheorie und -praxis.

Modul IV: Mediendramaturgie und Medienästhetik

Das Modul vermittelt den Studierenden ein reichhaltiges Analyseinstrumentarium zur Sichtung, Materialauswertung, vergleichenden Beschreibung, Strukturerfassung und Reflexion medial hervorgebrachter Welten, die im Sinne einer Mediendramaturgie als Handlungsszenarien begriffen werden. Es werden sowohl Geschichte und Theorie von Einzelmedien (z.B. Theater und Performance, Film, Computerspiel) in den Blick genommen als auch medienspezifische Dramaturgien in Bezug auf soziopolitische, wissenschaftlich-technologische und ästhetisch-kulturelle Gesichtspunkte miteinander verglichen. Dabei liegt der Fokus auf dem ästhetischen Eigensinn medialer Operationen, der u.a. ausgehend von Ansätzen ästhetischer Theorien und von Theorien des Performativen vermittelt wird. Das auf diese Weise erarbeitete Wissen kann in Zusammenarbeit mit dem Medientheater praktisch erprobt werden, das hierfür als mediendramaturgisches Versuchslabor genutzt werden kann.

Modul V: Digitale Medien

Die Grundlagen zum Verständnis digitaler Medienprozesse in Theorie und Praxis werden in diesem Modul vermittelt. Ausgehend von einschlägigen Theorien digitaler Medien und Medienprozesse wird insbesondere der Digitalcomputer als Konvergenzmedium in den Blick genommen. Die Analyse digitaler Medien und ihrer Nutzung in unter-schiedlichen Bereichen des Privaten, des Öffentlichen und in den Wissenschaften stehen dabei im Zentrum. Ein Ziel des Moduls ist es, sich mit mindestens einer Programmiersprache vertraut zu machen. Das Modul ist primär auf Gegenwartsmedien ausgerichtet, vermittelt werden darüber hinaus Kenntnisse über historische Entwicklungen von Theorien, Hardware und Software digitaler Technologien.

Modul VI: Projektmodul

Die Studierenden vertiefen ihre bisher erworbenen fachlichen und methodischen Kenntnisse und setzen diese in einem konkreten Projekt um. So erarbeiten sie in eigener Schwerpunktsetzung ein interdisziplinäres oder medienästhetisches Projekt. Aufgrund der Interdisziplinarität übertragen sie wissenstheoretische Erkenntnisse ihres Studiums in die Praxis oder loten Strategien künstlerischer Forschung aus und wenden dabei die generelle Vernetzung aller Medien untereinander an.

Entsprechend entwickeln die Studierenden selbständig ein größeres Thema, konkrete Arbeitsthesen, interdisziplinär angelegte Forschungsberichte und die effektive und effiziente Darstellung von Forschungsergebnissen. Das – auch selbstinitiierte – Forschungsprojekt bietet den Studierenden Raum, konzeptionell, organisatorisch und praktisch eigene thematische Schwerpunkte zu akzentuieren, zu bearbeiten und darzustellen. Die vorhandenen Einrichtungen des Fachgebietes – Medientheater, Videoarchiv und -studio, Signallabor und der medienarchäologische Fundus – stehen ihnen hierfür zur Verfügung.

Module für den überfachlichen Wahlpflichtbereich

Modul VII: Wissen über Medien

Die Studierenden lernen Medientechnologien von ihrer operativen Seite her kennen – wobei der Schwerpunkt der Analyse auf zeitbasierten Medienprozessen liegt. Durch die Konfrontation von Medientheorien mit medientechnischen Artefakten wird eine Theorie-Praxis-Transferleistung ermöglicht und Fragen der Mediennutzung adressiert. Ausgestattet mit Theorien des Performativen werden auch künstlerische Medien zeitkritisch untersucht. Dies betrifft insbesondere die Ermittlung transmedialer Bezüge in Bereichen der Mediendramaturgie. Ferner befasst sich das Modul mit Zeitkonzepten in der Mediengeschichtsschreibung und vermittelt ein Überblickswissen über historische Medienformationen. Im Rahmen der Lektürevertiefung erhalten Studierende die Gelegenheit, einzelne Themen auch über den Rahmen der Lehrveranstaltungen hinaus zu recherchieren und zu erforschen.

Modul VIII: Medien des Wissens

Das Modul thematisiert das wissenskonstitutive Potential von Medien. Es fragt danach, wie Medien bestimmtes Wissen produzieren, distribuieren, archivieren oder transformieren. Unter dem Stichwort „technology-in-use“ adressiert das Modul zudem Zusammenhänge von Mediennutzung und Wissensformation. Im Bereich der Gegenwartsmedien befasst sich das Modul kritisch und konstruktiv mit den Möglichkeiten der Digital Humanities; weitere zentrale Themen sind die Künstliche-Intelligenz-Forschung und das Design von Forschungstechnologie (Medien der Visualisierung, Sonifikation etc.). Historisch lotet das Modul die zahlreichen Schnittmengen von Medien-, Technik- und Wissenschaftsgeschichte aus. Im Rahmen der Lektürevertiefung erhalten Studierende die Gelegenheit ausgewählte Themen auch über den Rahmen der Lehrveranstaltungen hinaus zu recherchieren und zu erforschen.

Modul IX: Medienwissenschaft in der Praxis

Im Verlauf der Lehrveranstaltungen lernen die Studierenden die unterschiedlichen Frage- und Problemstellungen der Medienwissenschaft an praktischen Beispielen kennen. Hierzu gehören die Mediendramaturgie (Medientheater), die audio-visuelle Mediengestaltung (Schnittstudio), Praxis digitaler Medien (Signallabor), Praxis mit elektro-akustischen Medien (medientechnisches Praktikum), angewandte Medienarchäologie (Medienarchäologischer Fundus) und Produktionserfahrungen im Hörfunk (Campus-Radio). Die praktischen Veranstaltungen sollen dabei durch den Besuch medienwissenschaftlicher Lehrveranstaltungen ergänzt und theoretisch begründet werden.

Die Studierenden haben je nach Angebot die Möglichkeit zwischen den Praxisfeldern zu wählen und belegen die dazugehörigen Lehrveranstaltungen entsprechend.

Modul X: Campus Radio – Programm und Produktion

In diesem Modul wenden die Studierenden das Wissen aus dem Modul Campus Radio – Einführung an und erproben sich an der Weiterentwicklung bestehender Formate. Sie sind in der Lage ein eigenes Sendeprogramm zu gestalten und können die Gestaltung reflexiv auswerten. Die Studierenden besuchen Redaktionssitzungen und übernehmen im Wechsel auch die Leitung der Redaktion. In der Führungsposition verbessern sie ihre Kompetenzen im Bereich der Teamarbeit und Koordinationsfähigkeit, die für die Medienbranche relevant sind.

Alle Veranstaltungen finden im Multimediazentrum (MIZ) Potsdam-Babelsberg statt.


MA Studiengang

Medienwissenschaft

Medien durchdringen und formen den Alltag, das soziale Leben, die Umwelt, die Wissenschaften und Künste. Dieser kulturprägenden Dimension des Medialen begegnet die Medienwissenschaft an der HU Berlin mit einem theoretisch und methodisch weit aufgefächerten Studienprogramm. Gegenstand des Studiums sind traditionelle Massenmedien und digitale Medien ebenso wie ausgewählte Medientechnologien, mediale Praktiken und mediale Infrastrukturen.  Die Vermittlung medientheoretischer und medienästhetischer Ansätze verhilft zum differenzierten Verständnis dessen, was Medien ausmacht und welche Gestaltungs-, Nutzungs- und Erkenntnisoptionen daraus erwachsen. Bedeutsam ist dabei der Ansatz der Medienarchäologie, der Medien als Speicher vielschichtiger Erkenntnis- und Produktionsprozesse versteht. Ein weiterer Studienschwerpunkt ist die Mediengeschichte – verstanden als Studium historischer Konstellationen, in denen Medientechnologien, politische Systeme, materielle Ressourcen, Wissensbestände und Kulturtechniken eng verzahnt sind.
Kern des Studiums ist die kritische Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen Texten der Medienwissenschaft. Darüber hinaus bietet das Fachgebiet anwendungsbezogene Studienformate: Übungen im Bedienen und Bauen technischer Geräte, im Programmieren, in Wissenschaftsjournalismus, Medienkunst und -performance.
In Lehre und Forschung stehen dafür Labore zur Gestaltung und Befragung medialer Welten zur Verfügung: das Signallabor, der Medienarchäologische Fundus, die Mediathek, zwei Studios für audiovisuelle Medien, ein Medientheater und das Campusradio CouchFM (in Koop. mit dem MIZ Babelsberg).


Studienziele / Berufsfelder

Das Masterstudium im Fach Medienwissenschaft zielt auf die forschungsbasierte Vermittlung, Vertiefung und Spezialisierung von Wissen in historisch-systematischer Medienwissenschaft. Erworben werden Kernkompetenzen im Umgang mit medienwissenschaftlichen Theorien, Methoden und aktuellen Forschungsansätzen. Das Masterstudium befähigt zum selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten und der methodisch reflektierten Beurteilung auch neuer Problemlagen. Studierende erlangen diese Kompetenzen individuell und in Gruppen im Rahmen von Präsenzlehre, virtueller Lehre und einem hohen Anteil an Selbststudium sowie in intensiven Forschungsseminaren und -projekten. Das Masterstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin eröffnet auch die Möglichkeit disziplinenübergreifende Fragestellungen zu bearbeiten und die wachsende Bedeutung von Medien in Bereichen des Sozialen, Politischen, Ökonomischen, der Umweltgestaltung, Wissenschaft, Technik, Kultur und Kunst zu reflektieren.

Das Studium zielt auf die Auseinandersetzung mit Themen aus den Bereichen Medientheorie, Mediengeschichte, Mediendramaturgie und digitale Medien. Der Studiengang bietet praxisorientierte und zukunftsweisende Lehrangebote an. Daneben stellt Berlin mit seinem medien- und kreativwirtschaftlichen Potenzial einen idealen Standort dar, im Studium erworbene Kenntnisse in der praktischen Tätigkeit anzuwenden.

Der Masterstudiengang Medienwissenschaft fördert die Internationalität, da Module und Modulbestandteile im Ausland absolviert werden können. Unterrichtssprachen im Masterstudiengang Medienwissenschaft sind Deutsch und Englisch. Mit Blick auf medienwissenschaftliche Tätigkeits- und Forschungsfelder, wird darüber hinaus der Erwerb einer dritten Fremdsprache (moderne oder alte Sprache) oder einer Programmiersprache dringend empfohlen.

Der erfolgreiche Abschluss des Studiums qualifiziert für eine berufliche Tätigkeit in Kultur- und Medieneinrichtungen wie auch für eine Tätigkeit in Wissenschaft und weiterführender Forschung.

Module im MA Studiengang Medienwissenschaft

Modul I: Medientheorien

Mit der Pluralisierung der technischen Medien im 20. Jahrhundert werden Medientheorien zu einem grundlegenden und komplexen Analyseinstrument. Unter den gegenwärtigen hochtechnischen Bedingungen ist die Kenntnis dieser für die Medienwissenschaft unabdingbar. Verschiedene Medientheorien werden in Hinblick auf ihre epistemologische Wirkmacht hin befragt. Vorausgesetzte medienwissenschaftliche Kenntnisse wer-den hinsichtlich der Entstehungskontexte von Medientheorien und ihres Geltungsanspruchs vertieft. Theorien zeitbasierter Medien und die Analyse zeitkritischer Medienprozesse finden besondere Berücksichtigung. Medienverbünde von Schrift und Zahl, Bild und Ton werden in ihrer temporalen Dimension und Prozessualität untersucht. Im Zentrum stehen einerseits die als „time-based media“ bezeichneten Systeme Film und Fern-sehen; darüber hinaus arbeiten sich die Studierenden in spezielle Bereiche der signalverarbeitenden Medien ein, die sich auf zeitkritische Operationen gründen (Akustik, Neuroinformatik); modellbildend für diese Ana-lysen ist der Computer. Durch technische Analyse von Medien, Programmierung, Anwendung von Messverfahren und strukturwissenschaftlicher Methoden (Mathematik, Logik, Informatik) können Studierende einen materialnahen Zugang zu Medien entwickeln und diese in ihrer technischen Verfasstheit erklären. Studieren-de erwerben einen gleichermaßen breiten wie tiefen Einblick in die Historie und Systematik von Medientheorien und lernen unterschiedliche Methoden und Methodologien kennen, die sie für die Anwendung auf praktische wie theoretische Probleme der Medienwissenschaft nutzen können.

Modul II: Medienhistoriografie versus Medienarchäologie

Die gegenwärtige Relevanz von Medien lässt sich nicht ohne profunde Kenntnisse der Mediengeschichte verstehen. Mit der Medienarchäologie und der Medienhistoriografie werden dabei Kompetenzen in zwei methodisch unterschiedlichen Ansätzen vertieft. Unter Rückgriff auf einschlägige und neue historiografische Methoden untersucht die Medienhistoriografie historisch und geographisch variable Medienkulturen, mediale Praktiken und langzeitliche Genealogien von Medientechnologien. Analysiert werden die soziopolitischen, kulturellen, ästhetischen und epistemischen Prägekräfte historischer Medien und Medienverbünde. Medienarchäologie ist als Herausforderung zu verstehen mit und an Medientechnologien zu arbeiten, zum besseren Verständnis der jeweils spezifischen Logik und Operativität von Einzelmedien. Medienarchäologie befasst sich zudem mit den in sich dynamischen „Schichten“ historischer Medientheorie und -praxis. Ziel des Moduls ist die Fähigkeit zur eigenständigen Bearbeitung medienhistoriographischer und medienarchäologischer Fragestellungen.

Modul III: Politiken des Medialen

Das Modul widmet sich den vielfachen politischen Implikationen von Medien. Mit der zunehmend ausdifferenzierten Medienkultur und intensivierter Mediennutzung treten operative Technologien auch als autonom Handelnde auf. Mediale Eigendynamiken bestimmen nicht nur das individuelle und kollektive Zeitempfinden mit, sondern stiften neue Ökonomien von Zeit und Raum, neue Medienökologien, neue mediale Infrastrukturen und Informationshaus-halte. Im Modul wird dieses politische Potential von Gegenwartsmedien und historischen Medien kritisch in den Blick genommen. Daneben befasst sich das Modul mit der politischen Bedeutung der Medienwissenschaft als akademische Disziplin. Reflektiert wird die Genese der Disziplin, die medienwissenschaftliche Kanonbildung, Publikationspolitiken, neue Forschungsansätze und medienwissenschaftliche Anwendungsfelder.

Modul IV: Mediendramaturgie und Medienästhetik

Die Studierenden lernen zu ermitteln, zu beschreiben und zu analysieren, in welcher Weise Medien die sensorische, kommunikative und symbolische Konstruktion des Sozio-Politischen und Ästhetisch-Kulturellen prägen und wieweit hierbei technische und ästhetische Strategien ineinandergreifen. Mediengeschichte, -theorie und -analyse werden dabei im Hinblick darauf betrachtet, auf welche Weise Medientechnologien Handlungsfiktionen erzeugen — sowohl in Erzählmedien wie Theater und Performance, Film und Computerspiel, als auch darüber hinaus. U.a. dramaturgische Theorien, Theorien des Performativen sowie medienspezifische und allgemeine ästhetische Theorien bilden den Hintergrund für materialorientierte Analysen von epistemologisch und ästhetisch signifikanten Gebrauchspraktiken der Medien. Das auf diese Weise erarbeitete Wissen kann in Zusammenarbeit mit dem Medientheater praktisch erprobt werden, das hierfür als mediendramaturgisches Versuchslabor genutzt werden kann.

Modul V: Digitale Medien

Digitale Medien, insbesondere der Digitalcomputer, bilden die technische Infrastruktur der meisten heutigen Medienprozesse. Ihr Einfluss auf soziale und politische, ökonomische und ökologische, wissenschaftliche und künstlerische Bereiche ist enorm. Das grundsätzliche Verständnis der ihnen zugrunde liegenden technischen Prozesse gehört daher zu den zentralen Anliegen der Medienwissenschaft. Die Kenntnisse der Funktionsweisen digitaler Medien in Hinblick auf ihre Hardware- und Software-Komponenten, Simulationsverfahren sowie deren Anwendungen werden in diesem Modul vertieft. Methoden der Informatik, Elektronik/Mikroelektronik und die Programmierung von Digitalcomputern werden in der für das Verständnis von Medienprozessen notwendigen Breite und Tiefe vor-gestellt. Visuellen und auditiven Medienprozessen, deren Apparaten und Formaten, kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Neben der Operativität und Affordanz digitaler Medien befasst sich das Modul mit alternativen Nutzungs-strategien und den Wechselwirkungen zwischen Anwendung und Entwicklung. Im Modul werden aktuelle Tendenzen im Bereich der digitalen Medien, deren Verständnis nicht ohne Kenntnisse historischer Technologien und wissenschaftlicher Entwicklungen fokussiert.

Fachlicher Wahlpflichtbereich

Modul VI: Medienepistemologie, -archäologie und -historiografie

In diesem Modul werden die Inhalte der Module I (Medientheorien) und II (Medienhistoriografie versus Medienarchäologie) vertieft. Im Hinblick auf den epistemologischen Ansatz des Moduls von besonderem Interesse ist die Relation zwischen Kommunikations- und Wissensgesellschaften und technischen Gegebenheiten – von Maschinen und elektronischen Schaltungen bis hin zum alphanumerischen Code. Vertieft werden wissensgeschichtliche, medienhistoriografische und medienarchäologische Ansätze, die sich mit je eigenen Methoden den Eigenzeiten von Mediensystemen widmen. Zielführend ist kritische Kompetenz in der Beurteilung von Grundlagen der Medienkultur, als Transformation von althergebrachten Kulturtechniken in hochtechnische, gar transhumane Praktiken.

Modul VII: Vertiefung Angewandte Medienwissenschaft (Digitale Medien, Mediendramaturgie)

Die Studierenden verfügen über analytische und explikative Kompetenzen in den Bereichen Mediendramaturgie und -ästhetik sowie im Umgang mit Digitalen Medien und vervollkommnen in diesem Modul die Fähigkeit zum problembewussten methodischen Vorgehen durch historische Fundierung, ästhetischen Erfahrungsgewinn und heuristische Aufgeschlossenheit gegenüber neuesten Medienentwicklungen.

Projekt-/ Praxisstudium

Modul VIII: Projektmodul

Die Studierenden erarbeiten selbstständig – allein oder in Teams – eine umfangreichere theoretische bzw. praktische Fragestellung im medientechnischen, mediensystematischen bzw. medienwissenschaftlichen oder medienästhetischen Bereich.

Modul IX: Praxismodul

Das in Abstimmung mit der/dem Praxisbeauftragten selbstständig organisierte Praktikum bietet die Möglichkeit einer vertieften Orientierung und Schwerpunktsetzung in Hinblick auf Berufsqualifikation und Berufseinstieg. Es orientiert auf den Erwerb von fachspezifischen, fachfremden, fächerübergreifenden und allgemein berufsvorbereitenden Qualifikationen. Das Modul dient weiterhin der Anwendung von Fach- und Methodenwissen auf praktischer, berufsnaher Ebene und ermöglicht die Reflexion über die gewonnenen Erkenntnisse im Hinblick auf die weitere berufliche Orientierung.

Modul X: Abschlussmodul

Im Abschlusscolloquium vertiefen die Studierenden ihre Fähigkeit, eine wissenschaftliche Fragestellung und verschiedene methodische Lösungsansätze zu entwickeln. In der Masterarbeit weisen die Studierenden die Befähigung zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten durch die schriftliche Bearbeitung einer medienwissenschaftlichen Problemstellung in einem begrenzten Zeitraum nach.

Modul für den überfachlichen Wahlpflichtbereich anderer Masterstudiengänge und -fächer

Modul XI: Perspektiven der Medienwissenschaft

Die Studierenden erhalten Einblick in die zentralen Fragestellungen der Medientheorie, Medienarchäologie, Mediengeschichte, Mediendramaturgie und Digitalen Medienwissenschaften. Sie erlernen zentrale Begriffe und Methoden, Analysezugänge und einen Überblick über konkrete Fragstellungen der Teildisziplinen. In der Lektürevertiefung erhalten Studierende die Möglichkeit, einzelne Themen auch über den Rahmen der Lehrveranstaltungen hin-aus zu recherchieren und zu erforschen.


Prüfungsangelegenheiten

Formulare und Informationen zu den Prüfungsmodalitäten finden Sie hier: Prüfungsamt

Studien- und Prüfungsordnung

BA Nachweise und Informationen zur Prüfungsanmeldung

MA Nachweise


Formulare


Fachschaft

Fachschaftsinitiative Musikwissenschaft und Medienwissenschaft

Die Fachschaftsinitiative ist ein lockerer Zusammenschluss von Studierenden für Studierende, die Lust haben ihre Kommilitonen und Kommilitoninnen in den hochschulpolitischen Gremien zu vertreten und Veranstaltungen wie zum Beispiel Stammtische und Hausmusikabende organisieren.

Auf unserer Facebook-Seite könnt ihr sehen, was wir gerade so treiben:
https://www.facebook.com/fachschaftmusikundmedienberlin/

Oder ihr tragt euch in unseren Newsletter ein:
https://sympa.cms.hu-berlin.de/sympa/subscribe/mume_newsletter

Bei Bock mitzumachen, Fragen, Anregungen, Wünschen und allem anderen erreicht ihr uns auf Facebook oder auch per Mail:

Oder ihr kommt zu unserem wöchentlichen Sitzungstermin vorbei. Im Wintersemester 2019/20 immer montags 16-18 Uhr in unserem FSI-Raum im Keller, der über den Innenhof des Instituts zu erreichen ist.

Wir freuen uns auf euch. Bis dahin!


Aktuelle Fristen

Jahresfristen nach Akademischem Jahr

Akademisches Jahr 18/19
Akademisches Jahr 19/20

Allgemeines

Akademische Fristen und Termine


Studieren im Ausland

Das Studium eines Fachs wie Medienwissenschaft ist ohne eine internationale Komponente schlicht undenkbar. Viele der Fachdebatten sind multinational und die Idee einer rein “deutschen” Medienwissenschaft ist längst mehr als obsolet.
Deswegen raten wir unseren Studierenden sich zu einen über aktuelle internationale Fachdebatten zu informieren und gleichzeitig auch ein aktives Studium mit internationaler Komponente zu betreiben.
Die Humboldt-Universität bietet dazu diverser Möglichkeiten im Ausland zu studieren und sich ausländische Studienleistungen für das Studium an der Humboldt-Universität anerkennen zu lassen.

Ihre ersten Ansprechpartner sind dabei das International Office der HU und die Erasmus-Koordinatorin Hannah Wiemer des Fachbereichs Medienwissenschaft.

Die bekannteste Möglichkeit (u.a. mit finanzieller Förderung) ins Ausland zu gehen ist das Erasmus-Programm.

Der Fachbereich Medienwissenschaft unterhält direkte Erasmuspartnerschaften mit

Zürcher Hochschule der Künste
Universität Kopenhagen
Universität Fribourg
Autonome Universität Barcelona

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit sich über Kooperationen anderer Institute an einer Vielzahl weiterer Universitäten im europäischen Ausland zu studieren.
Wenn Sie sich für einen Austausch über Erasmus interessieren, empfehlen wir ihnen die Lektüre der aktuellen Erasmus-Broschüre der HU.

Studienmöglichkeiten im nicht-europäischen Ausland bestehen ebenfalls, etwa die HU-weiten Stipendien für Nordamerika-Austausche und andere strukturierte Programme, zu denen sie sich auf den Seiten des International Office der HU informieren können.


Studienfachberatung


Sekretariat