Das Fachgebiet Medien­wissenschaft ermög­licht im Wintersemester 2020/2021 ein hybrides Studium. Ein großer Teil der Lehr­veran­staltungen wird in digitaler Form angeboten. Für einige Lehrveranstaltungen gibt es jedoch auch Präsenztermine, oder sie finden vollständig als Präsenzveranstaltung statt. Zu jeder Veranstaltung finden Sie die entsprechende Information.

Die Veranstaltungen sind auf dieser Seite nach den Modulen der Bachelor- und Master­studienordnungen von 2019 geordnet. Auch die Verlinkungen zu den Moodle-Kursen können Sie bei der jeweiligen Veranstaltung finden – sofern vorhanden.

 

Bachelor Studiengang

Modul I - Einführung in die Medienwissenschaft (10 LP)

Grundlagen der Medienwissenschaft

Veranstaltungsnummer: 53534 / Leistungspunkte: 0 / Lehrende/r: Gregor Krüger-Pammin
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Tutorium / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Das Tutorium dient als Ort, an dem sich Studierende des Bachelors Medienwissenschaft über grundlegende Fragen des Studiums austauschen können, die in den Lehrveranstaltungen typischerweise zu kurz kommen: Wie bereite ich Referate vor? Wie finde ich ein gutes Thema für eine Hausarbeit? Wie recherchiere, lese und exzerpiere ich wissenschafliche Texte? Wie baue ich eine Hausarbeit auf? Zudem soll die Möglichkeit zur Diskussion und Reflexion einschlägiger Theorien und Texte gegeben werden. Rege Beteiligung, die Vorbereitung auf die Sitzungen sowie das Einbringen eigener Ideen sind ausdrücklich erwünscht. Bei Intersse an dem Tutorium wenden Sie sich bitte an Gregor Krüger-Pammin: Hier erhalten Sie auch Informationen über den Starttermin des Kurses u.w.
 
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Einführung in Medientheorie: Mechanische, Elektrische und elektronische Grundlagen

Veranstaltungsnummer: 53520 / Leistungspunkte: 3 / Lehrende/r: Ingolf Haedicke
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Die LV beginnt am 10. November 2020 Den Zoom-Link sehen Sie unten! Das Seminar bietet Studierenden der Medienwissenschaft die Möglichkeit, die Grundlagen der Medien kennenzulernen und zu begreifen. In diesem Zusammenhang entsteht nebenbei ein Überblick zu verschiedenen medienwissenschaftlichen Bereichen, der ein grundlegendes technisches Verständnis schafft, das für das weitere Studium nützlich sein wird. Hierzu wird von den Teilnehmer_innen keinerlei Fachwissen vorausgesetzt. Auf der Agenda stehen: Akustische Schwingungen, elektrischer Wandler, deren Speicherung, mechanisch, magnetisch und optisch Funktionsweise von Musikinstrumenten und deren Synthetisierung Messtechniken Magnetismus, Elektromagnetismus (Oersted, Faraday) Chemische und elektrodynamische Spannungsquellen Bausteine der Elektronik (Spule, Kondensator, Röhre, Transistor Entwicklung der drahtlosen Nachrichtenübermittlung Prinzipien der elektronischen Bildaufnahme und Verarbeitung (der photoelektrische Effekt, Bildsensoren etc.) Stationen der Ton- und Bildübertragung (Rundfunk, Fernsehen) Alle Student-innen, die an diesem online Seminar teilnehmen wollen, melden sich bitte per e-mail. bei mir an (). Sie erhalten dann von mir rechtzeitig den zoom Schlüssel, ebenfalls per e-mail. Hier der zoom link https://hu-berlin.zoom.us/j/66750641075?pwd=dTVzZGhNR1hraVRjbk84b0xLYWFtQT09
 
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Computerland Deutschland (Einführung in Medientheorie, Medienhistoriografie und Medienarchäologie)

Veranstaltungsnummer: 53516 / Leistungspunkte: 3 / Lehrende/r: Dr. Dr. Stefan Höltgen
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Der (so genannte) Computer wurde weder an einem bestimmten Ort noch einem konkreten Zeitpunkt erfunden – er bildet vielmehr einen technischen Kondensationspunkt vielfältiger kultureller Diskurse und Dispositive. Selbst als jene Maschinen, die “Digitalcomputer” genannt werden, etwa zeitgleich in drei verschiedenen Ländern das Licht der Welt erblickten, gab es schon längst andere Apparate, wie Analogrechner, Logikmaschinen und Rechenautomaten, die Vorläufer oder Alternativen darstellen. Insofern kann die Rolle deutscher Theoretiker und Ingenieure nur im Kontext einer Epistemologie verstanden werden, die verstreut über die Jahrhunderte zurück bis in die griechische Antike reicht. Vor diesem Hintergrund sollen im Seminar Ideen und Erfindungen, die in Deutschland aufgegriffen, weiterentwickelt und in technische Apparate kondensierten, in einem umfänglicheren historischen, epistemologischen und technologischen Rahmen diskutiert werden – mit Hilfe der Methode der Medien- und Computerarchäologie. In jeder Sitzung wird hierzu ein spezifischer “Knoten” innerhalb des Diskursnetzes, das sich auch über fünf “Deutschländer” (vom späten 18. Jahrhundert bis in die 1980er Jahre) erstreckt, fokussiert, um die Theorien, Technologien, Praktiken und Politiken der Computer und des Computing in ihren Kontexten zu studieren. Diskussionsgrundlage für jede Seminarsitzung ist ein wissenschaftlicher Text sowie ein studentisches Referat. Sofern das Sitzungsthema ein Gerät betrifft, wird dieses “hands-on” vorgestellt (real oder als Emulation). Alle benötigten Materialien werden vom Dozenten online zur Verfügung gestellt. Vorkenntnisse (Technik, Mathematik, Programmierung o.ä.) sind für eine Teilnahme nicht notwendig, wohl aber sollten die Teilnehmer:innen offen gegenüber diesen Themen sein. Bemerkung Liebe Studentinnen und Studenten, die Lehrveranstaltung wird digital/online durchgeführt. Der Kurs-/Moodleschlüssel erhalten Sie nach Versendung der Teilnahmeinformation, zwischen dem 9. und 12. April 2021.
 
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Modul II - Medientheorien (10 LP)

Digitalität und Nachhaltigkeit

Veranstaltungsnummer: 53527
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Shintaro Miyazaki
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Worin besteht die Verbindung zwischen der Welt des Digitalen, die doch aus Software, Algorithmen oder „Clouds“ besteht, mit der globalen Klimaerwärmung und der Umweltzerstörung? Auf dem ersten Blick scheint es keinen offensichtlichen Zusammenhang zu geben. Doch dies ist reine Illusion. Im Seminar werden wir den vielfältigen Verflechtungen von Digitalität und Nachhaltigkeit nachgehen und einige einschlägige medienwissenschaftliche Methoden kennenlernen. Die Bereit­schaft für die regelmäßige Lektüre, Online-Präsentation (der gelesenen Texte) und das asynchrone Arbeiten in Gruppen sind Voraussetzung zum Erwerb der Leistungspunkte. In der Einführungs­veranstaltung wird das genaue Vorgehen erläutert. Prüfung MAP: Hausarbeit
 
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Medienarchäologisches ‘Zeug’. Übungen im close reading technischer Objekte (Texte und Artfakte)

Veranstaltungsnummer: 53507
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Wolfgang Ernst
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Es gibt Experimentalanordnungen im Labor, welche Wissensgegenstände als 'epistemische Dinge' (Rheinberger) erzeugen, und es gibt konkrete apparative Konfigurationen, die den Menschen als Werkzeug zu- und vorhanden ist (Heidegger). Die Besonderheit technologischen Zeugs ist die Verschränkung beider Dimensionen. Anhand konkreter technischer Artefakte im Medienarchäologischen Fundus der Medienwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin widmet sich das Seminar exemplarischen Verdinglichungen technischen Wissens und der Kunst ihrer erkenntnisorientierten archäographischen Beschreibung. Medienarchäologie sucht technische Systeme konkret nachzuvollziehen - von der Materialität der (Elektro-)Technik ebenso bis zur Logik des Programmierens. Der denkende und handelnde Nachvollzug verlangt nach einer operativen Hermeneutik, die immer auch den zeitlichen reenactment, also das In-Funktion-Setzen scheinbarer dead media meint. Die Lektüren und Referate des Seminars sind daher streng am vorliegenden Objekt orientiert, also 'geerdet' im ingenieurs- wie wissenstechnischen Sinn. Literatur Hans-Jörg Rheinberger, Experimentalsysteme und epistemische Dinge, Göttingen (Wallstein) 2001; Gilbert Simondon, Die Existenzweise technischer Objekte [FO Paris 1958], Zürich (Diaphanes) 2012; Jean Pütz (Hg.), Einführung in die Elektronik, Frankfurt / M. (Fischer) 1974; Walter Seitter, Physik der Medien. Materialien, Apparate, Präsentierungen, Weimar (Verl. und Datenbank für Geisteswiss.) 2002; A. Willers, Mathematische Maschinen und Instrumente, Berlin (Akademie) 1951; Bernhard J. Dotzler / Ludwig Hitzenberg (Hg.), Schreiben & Rechnen. Eine Technikgeschichte der Informationskultur, Regensburg (Universitätsverlag) 2009; Michael Heidelberger / Friedrich Steinle (Hg.), Experimental Essays. Versuche zum Experiment, Baden-Baden (Nomos) 1998 Prüfung MAP: Hausarbeit
 
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Techniknahe Medienanalyse: Konkrete Fallstudien zu Methoden der Medienarchäologie und -epistemologie

Veranstaltungsnummer: 53505
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Wolfgang Ernst
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Vorlesung / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Marshall McLuhans akademischer Lehrer Harold Innis hinterließ einen Zettelkasten mit Gedankenblitzen zu Kulturtechniken; McLuhan seinerseits verfaßte ein Media log - sporadische Eintragungen mit Beobachtungen zur Medienlage. So fußt auch diese Vorlesung induktiv in konkreten Analysen technologischer Szenarien, an denen sich exemplarisch Denkweisen von Medientheorie und -archäologie veranschaulichen lassen, um sie dann erkenntniswissenschaftlich zu vertiefen. Schwerpunkt der Betrachtungen in diesem Semester bildet die radikal medienarchäologische 'Arbeit am Begriff' (Hegel) des Technológos (Ernst) anhand von Elektronik sowie kalkulierender Medien. Literatur The Idea File of Harold Adam Innis, hg. v. William Christian, Toronto / Buffalo / London (University of Toronto) 1980; Marshall McLuhan, Counterblast. 1954 Edition, hg. v. transmediale.11 Berlin (in Kooperation mit Gingko Press), 2011
 
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Modul III - Medienarchäologie vs. Medienhistografie (10 LP)

„Die Seele in der Silberschicht“: Historiografie und Archäologie der Fotografie

Veranstaltungsnummer: 53524
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Jonathan Haid
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Obwohl mit dem Aufkommen der Digitalfotografie bereits über das Ende des fotografischen Zeitalters spekuliert wurde, sind Fotos in unserer medialen Umwelt allgegenwärtig. Seit ihrer Entdeckung in den 1820er Jahren und entlang ihrer fortwährenden technischen wie ästhetischen Weiterentwicklung übte die Fotografie eine enorme Bedeutung auf eine Vielzahl unterschiedlicher Diskursfelder aus. Roland Barthes bemerkte 1980 in seinem bedeutsamen Essay Die Helle Kammer: „Was die PHOTOGRAPHIE endlos reproduziert, hat nur einmal stattgefunden: sie wiederholt mechanisch, was sich existentiell nie mehr wird wiederholen können.“ Gleich mehrere Topoi, die das Nachdenken über die Fotografie seit jeher begleiteten, verbergen sich in dieser Beobachtung: die technische Reproduzierbarkeit einzelner Fotografien, die Gedächtnisfunktion und die Konservierung des Verschwindenden, die Frage nach ihrem Wirklichkeitsbezug und dem Verweis auf etwas Gewesenes. Die Etablierung der digitalen Bildbearbeitung evozierte gleichsam neue Debatten, wie beispielsweise um die Wahrhaftigkeit des Dargestellten. Im Seminar wollen wir uns anhand klassischer Texte den verschiedenen Problemfeldern und Theorieentwürfen nähern, welche die Geschichte der Fotografie und ihre paradigmatischen Umbrüche begleiteten. Neben der Auseinandersetzung mit Fragen der Indexikalität, der Objektivität, ontologischen Bestimmungsversuchen oder der Konstruktion gesellschaftspolitischer Dispositive, werden wir auch auf konkrete Anwendungsbereiche schauen. Vor dem Hintergrund dieser Diskurse werden z.B. die Fotografie als experimentalwissenschaftliches Instrumentarium, Geisterfotografien im Kontext spiritistischer Séancen, Bilder aus dem Kriminalwesen oder der Psychiatrie des 20. Jahrhunderts Gegenstand des Seminars sein. Bemerkung Liebe Studentinnen und Studenten, die Lehrveranstaltung wird digital/online durchgeführt. Der Kurs-/Moodleschlüssel erhalten Sie nach Versendung der Teilnahmeinformation, zwischen dem 9. und 12. April 2021. Prüfung Hausarbeit
 
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Assistive Technologien

Veranstaltungsnummer: 53521
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: n.n.
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Können apparative Technologien und Medien vermeintliche menschliche Defizite und Behinderungen ausgleichen und kompensieren? Diese Frage lässt sich aus einer Vielzahl an Perspektiven betrachten. In den Debatten um Inklusion und Behinderung steht oftmals das Defizitäre im Vordergrund. Die Medienwissenschaft kann einen Beitrag dazu leisten, die Entstehungsgeschichte unterschiedlicher Technologien zu ergründen und den Diskursen nachzugehen, die mit ihrer Entstehung verbunden waren. Das Seminar nimmt sich verschiedene apparative Medien wie das Cochlea-Implanat, den augengesteuerten Sprachcomputer, die Körperprothese, die Vorlesemaschine, etc. zur Untersuchung vor. Dabei werden sowohl einschlägige Texte rezipiert als auch die Apparate selbst beispielhaft untersucht und vorgestellt. Bemerkung Liebe Studentinnen und Studenten, die Lehrveranstaltung wird digital/online durchgeführt. Der Kurs-/Moodleschlüssel erhalten Sie nach Versendung der Teilnahmeinformation, zwischen dem 9. und 12. April 2021. Prüfung MAP: aktive Teilnahme im Verlauf der Sitzungen sowie Hausarbeit
 
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Medienarchäologisches ‘Zeug’. Übungen im close reading technischer Objekte (Texte und Artfakte)

Veranstaltungsnummer: 53507
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Wolfgang Ernst
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Es gibt Experimentalanordnungen im Labor, welche Wissensgegenstände als 'epistemische Dinge' (Rheinberger) erzeugen, und es gibt konkrete apparative Konfigurationen, die den Menschen als Werkzeug zu- und vorhanden ist (Heidegger). Die Besonderheit technologischen Zeugs ist die Verschränkung beider Dimensionen. Anhand konkreter technischer Artefakte im Medienarchäologischen Fundus der Medienwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin widmet sich das Seminar exemplarischen Verdinglichungen technischen Wissens und der Kunst ihrer erkenntnisorientierten archäographischen Beschreibung. Medienarchäologie sucht technische Systeme konkret nachzuvollziehen - von der Materialität der (Elektro-)Technik ebenso bis zur Logik des Programmierens. Der denkende und handelnde Nachvollzug verlangt nach einer operativen Hermeneutik, die immer auch den zeitlichen reenactment, also das In-Funktion-Setzen scheinbarer dead media meint. Die Lektüren und Referate des Seminars sind daher streng am vorliegenden Objekt orientiert, also 'geerdet' im ingenieurs- wie wissenstechnischen Sinn. Literatur Hans-Jörg Rheinberger, Experimentalsysteme und epistemische Dinge, Göttingen (Wallstein) 2001; Gilbert Simondon, Die Existenzweise technischer Objekte [FO Paris 1958], Zürich (Diaphanes) 2012; Jean Pütz (Hg.), Einführung in die Elektronik, Frankfurt / M. (Fischer) 1974; Walter Seitter, Physik der Medien. Materialien, Apparate, Präsentierungen, Weimar (Verl. und Datenbank für Geisteswiss.) 2002; A. Willers, Mathematische Maschinen und Instrumente, Berlin (Akademie) 1951; Bernhard J. Dotzler / Ludwig Hitzenberg (Hg.), Schreiben & Rechnen. Eine Technikgeschichte der Informationskultur, Regensburg (Universitätsverlag) 2009; Michael Heidelberger / Friedrich Steinle (Hg.), Experimental Essays. Versuche zum Experiment, Baden-Baden (Nomos) 1998 Prüfung MAP: Hausarbeit
 
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Techniknahe Medienanalyse: Konkrete Fallstudien zu Methoden der Medienarchäologie und -epistemologie

Veranstaltungsnummer: 53505
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Wolfgang Ernst
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Vorlesung / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Marshall McLuhans akademischer Lehrer Harold Innis hinterließ einen Zettelkasten mit Gedankenblitzen zu Kulturtechniken; McLuhan seinerseits verfaßte ein Media log - sporadische Eintragungen mit Beobachtungen zur Medienlage. So fußt auch diese Vorlesung induktiv in konkreten Analysen technologischer Szenarien, an denen sich exemplarisch Denkweisen von Medientheorie und -archäologie veranschaulichen lassen, um sie dann erkenntniswissenschaftlich zu vertiefen. Schwerpunkt der Betrachtungen in diesem Semester bildet die radikal medienarchäologische 'Arbeit am Begriff' (Hegel) des Technológos (Ernst) anhand von Elektronik sowie kalkulierender Medien. Literatur The Idea File of Harold Adam Innis, hg. v. William Christian, Toronto / Buffalo / London (University of Toronto) 1980; Marshall McLuhan, Counterblast. 1954 Edition, hg. v. transmediale.11 Berlin (in Kooperation mit Gingko Press), 2011
 
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Die Rohstoffe der Medien: Globale Material-, Wissens- und Techniktransfers

Veranstaltungsnummer: 53501
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Christine von Oertzen, Prof. Dr. Viktoria Tkaczyk
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Vorlesung / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Von Wachsmoulagen für medizinische Lehrsammlungen, über physiologische Versuchsapparaturen aus Edelstahl, Schellackplatten wissenschaftlicher Schallarchive, Papier in Preußischen Bildungseinrichtungen bis hin zu Kupferdraht und Glasfasern für Übertragungsmedien: All diese Medien ermöglichen die Produktion, Verbreitung und Bewahrung von Wissen. Woher aber stammen die Rohstoffe für Wachs, Stahl, Papier, Schellack und Glas, aus denen diese Medien hergestellt werden? Die Ringvorlesung eröffnet neue Perspektiven für die epistemologisch orientierte Medienwissenschaft, indem sie nach den materiellen Ressourcen verschiedener Medien des Wissens fragt. Ausgehend von konkreten Medientechnologien werden diejenigen Roh- und Zusatzstoffe, Netzwerke und „supply-chains“ offengelegt, die nötig waren, um diese erforderlichen Materialien zu produzieren und zu optimieren. Die Ringvorlesung bringt Wissenschaftler*innen unterschiedlicher historischer Disziplinen zusammen, um medien- und kulturwissenschaftliche sowie ökologische und materialwissenschaftliche Ansätze mit Methoden der historischen Epistemologie zu verbinden – mit dem Ziel, Medien des Wissens in ihrer materiellen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verankerung und globalen Verwobenheit sichtbar zu machen.
 
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Modul IV - Mediendramaturgie und Medienästhetik (10 LP)

Das Medium Schrift – Schreibwerkstatt für Literatur- und Medienwissenschaftler*innen

Veranstaltungsnummer: 53511
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Dr. Hannah Wiemer
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Schreiben ist Medium wissenschaftlicher Erkenntnis, Methode zum Ordnen von Gedanken, Ausdruck eines persönlichen Standpunkts. Im Studium verfassen wir Hausarbeiten, halten Referate, beantragen Stipendien, schreiben Bewerbungen, exzerpieren Literatur, nutzen die Chatfunktion während eines Zoom-Seminars, kommentieren und teilen Artikel, Videos und Bilder. Woher wissen wir eigentlich, wie das alles geht? Und was macht das jeweilige Medium des Schreibens mit unserem Denken? Gegenstand des Seminars ist das Schreiben als wissenschaftliche und intellektuelle Praxis. Verschiedene Aspekte wissenschaftlichen Schreibens werden anhand von ausgewählten theoretischen Texten zum Thema Schrift und Schriftlichkeit reflektiert. In Schreibübungen wird den Studierenden Raum gegeben, eigene Schreiberfahrungen zu machen und von den Erfahrungen der anderen zu lernen. Sie erhalten Feedback auf das von ihnen Geschriebene und üben, selber Feedback zu geben. Gefragt wird nach der konventionellen Seite akademischen Schreibens ebenso wie nach Möglichkeiten zu ihrer kritischen und kreativen Erweiterung. Wann helfen uns festgelegte Kriterien für das wissenschaftliche Schreiben beim eigenständigen Denken, wann muss eine freiere Form gewählt werden? Ist das überhaupt erlaubt? Wann wird wissenschaftliches Schreiben politisch? Ein Schwerpunkt des Seminars ist das Schreiben mit, durch und über verschiedene Medien. Im Co-Teaching durch den Literaturwissenschaftler und Autor Hannes Becker und der Medienwissenschaftlerin Dr. Hannah Wiemer verbindet das Seminar die Perspektiven beider Fächer auf das Medium der Schrift, den Prozess des Schreibens und die Herausforderungen des Beschreibens von Medien. Studierende lernen dabei, die Medialität der Texte, die ihr Studium bestimmen, zu reflektieren. Wie ändert sich das Schreiben, je nachdem, ob ich über Texte schreibe oder ein Bild beschreibe? Wie schreibe ich, wenn mein Gegenstand ein multimediales Phänomen wie eine Ausstellung oder eine Theateraufführung, ein Computerspiel oder Spielfilm ist? Literatur Zur Einführung: Markus Krajewski: Lesen Schreiben Denken, Köln 2015 Bemerkung Das Seminar ist eine Kooperation des Institut für deutsche Literatur und des Fachbereichs Medienwissenschaft. Es werden jeweils 10 Studierende aus beiden Studiengängen zugelassen. Das Seminar findet in 4-stündigen Sitzungen alle 14 Tage synchron auf Zoom statt. Um die Dauer des Seminar angenehm zu gestalten, sorgen wir für Pausen und nutzen Breakout-Rooms, damit Sie in kleineren Gruppen diskutieren und Texte erarbeiten können. Die Seminar-Lektüre wird auf Moodle zur Verfügung gestellt. Bitte planen Sie genug Zeit für die Vor- und Nachbereitung ein: Zur Seminarlektüre kommen Schreibaufgaben, die Sie in jeder Sitzung erhalten und zur darauffolgenden Sitzung eigenständig bearbeiten. Prüfung MAP für Studierende der Medienwissenschaft: Hausarbeit
 
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Modul V - Digitale Medien (10 LP)

Digitalität und Nachhaltigkeit

Veranstaltungsnummer: 53527
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Shintaro Miyazaki
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Worin besteht die Verbindung zwischen der Welt des Digitalen, die doch aus Software, Algorithmen oder „Clouds“ besteht, mit der globalen Klimaerwärmung und der Umweltzerstörung? Auf dem ersten Blick scheint es keinen offensichtlichen Zusammenhang zu geben. Doch dies ist reine Illusion. Im Seminar werden wir den vielfältigen Verflechtungen von Digitalität und Nachhaltigkeit nachgehen und einige einschlägige medienwissenschaftliche Methoden kennenlernen. Die Bereit­schaft für die regelmäßige Lektüre, Online-Präsentation (der gelesenen Texte) und das asynchrone Arbeiten in Gruppen sind Voraussetzung zum Erwerb der Leistungspunkte. In der Einführungs­veranstaltung wird das genaue Vorgehen erläutert. Prüfung MAP: Hausarbeit
 
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Modul VI - Projektmodul (10 LP)

Konzept Medientheater

Veranstaltungsnummer: 53530
Leistungspunkte: 5
Lehrende/r: Dr. Florian Leitner
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Das Medientheater am Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft ist ein Labor für medienkünstlerische Performances, die u.a. von Studierenden in Projektseminaren entwickelt werden. Es ist damit zu rechnen, dass Medientheater und Projektseminar auch im Sommerhalbjahr wieder, wie bereits in den beiden zurückliegenden Semestern, in den virtuellen Raum des WWW verlegt werden müssen. Die Videotelefonie-Software Zoom bleibt vor diesem Hintergrund eine ständige Begleiterin. Denn nicht nur für Universitätsseminare und im Home-Office, auch für Online-Performances wird sie häufig genutzt — zum Beispiel in den "Lockdown-Tagebüchern", die im Medientheater-Projektseminar im Sommersemester 2020 entwickelt wurden (https://medientheater.com/2020/07/04/die-lockdown-tagebuecher/). Im Lauf des vergangenen Jahres hat sich beinahe schon eine eigene "Zoom-Dramaturgie" für Theater und Performances im virtuellen Raum entwickelt. Es scheint deswegen für das Medientheater-Projektseminar in diesem Sommersemester an der Zeit, alternative Gestaltungsformen für Online-Performances auszuloten. Damit verbunden ist die Frage, inwiefern die Nutzung von Computern selbst einer bestimmten Dramaturgie unterliegt, inwiefern etwa grafische Benutzeroberflächen mediale Dramaturgien etablieren, die ihre eigene digitale Theatralität implizieren. Ausgehend von derartigen Überlegungen entwickeln die Teilnehmer_innen eigene medienkünstlerische Projekte, die zum Semesterende voraussichtlich als Online-Aufführung präsentiert werden. Die Teilnehmer_innen müssen ausreichend Zeit für die eigenständige Projektarbeit — ca. einen Arbeitstag pro Woche — einplanen! Es wird ihnen daher empfohlen, auch das begleitende Tutorium "Technik im Medientheater" (Malte Schulze, Di 14-16h, direkt vor diesem Projektseminar, Ü53525) zu besuchen. Das Tutorium bietet ein Forum, um sich für die vertiefte Arbeit an den Projekten zu vernetzen, sowie technische Hilfestellung bei der Realisierung der Projekte. Bemerkung: Alle Seminarteilnehmer_innen müssen in der ersten Sitzung anwesend sein. Ein über Agnes zugeteilter Seminarplatz geht bei unentschuldigter Abwesenheit in der ersten Sitzung verloren.
 
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Modul VII - Wissen über Medien (ÜWP Modul) (10 LP)

-- Keine Lehrveranstaltung in diesem Semester --

 

Modul VIII - Medien des Wissens (ÜWP Modul) (10 LP)

-- Keine Lehrveranstaltung in diesem Semester --

 

Modul IX - Medienwissenschaft in der Praxis (ÜWP Modul) (10 LP)

-- Keine Lehrveranstaltung in diesem Semester --

 

Modul X - Campus Radio - Programm und Produktion (ÜWP Modul) (5 LP)

-- Keine Lehrveranstaltung in diesem Semester --

 

 

Master Studiengang

Modul I - Medientheorien (10 LP)

Temporale Medienökonomie: Ein Lexikon technischer Zeitfiguren

Veranstaltungsnummer: 53506
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Wolfgang Ernst
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Heinrich Heine sah seinerzeit die Elementarbegriffe von Zeit und Raum ins Schwanken geraten: 'Durch die Eisenbahnen wird der Raum getötet, und es bleibt uns nur noch die Zeit übrig.' Dem entsprechen nun hochtechnische Medien. Es ist ein Indiz der aktuellen Situation, dass medienkulturelle Zeitformen wie die 'Echtzeit' nach technischen Fachbegriffe verlangen und nicht etwa auf einen kulturell-diskursiven Begriff gebracht werden. Immanuel Kant bezeichnete die Zeit noch als transzendentale Form der inneren Anschauung. Medienwirkungsforschung sucht solche Aprioris in ihrer technischen und physiologischen Konkretion zu benennen, wenn es zur Kopplung menschlicher Wahrnehmung mit apparativen Praktiken der Manipulation von Zeit kommt. Radikale Medienarchäologie widmet sich deren genuinen Formen der Zeitgebung und der Zeitachsenmanipulationen durch und in technischen Medien. Ziel des Seminars ist die Identifizierung und Charakterisierung medienspezifischer Zeitfiguren, ihre analogtechnischen, algorithmischen und zeitkritischen Realisationen.
 
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Modul II - Medienhistoriografie vs. Medienarchäologie (10 LP)

Mediengeschichte der Schaltung

Veranstaltungsnummer: 53528
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: n.n.
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Schaltungen sind konstitutiv für Medientechnologien: Die Verbindungen einzelner elektrischer und elektronischer Bauelemente zu Kreisen in denen Strom kontrolliert, regelhaft und später auch mathematisch informiert zirkulieren kann, sind Grundlage technischer Medien. Spätestens ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verschwinden sie hinter Gehäusen und folgen in komplexen Architekturen zunehmend einer Logik des Digitalen. Dem geht allerdings eine langzeitliche Entwicklung von Schaltung voraus, die weniger als technomathematische beschreibbar ist, sondern als eine des Versuchens, Experimentierens und materiellen Kombinierens vorhandener Mittel. Hier setzt das Seminar an. Ausgehend von der systematischen Erforschung von Elektrizität und Entdeckung erster elektrischer Bauelemente ab 1800 soll am Beispiel der Schaltungsgeschichte des elektrischen Schwingkreises gefragt werden, welche materiellen, diskursiven, institutionellen und ökonomischen Bedingungen ein Erforschen und späteres Anwenden von Schaltungen im langen 19. Jahrhundert ermöglichen. Auf welche Wissensbestände – Begriffe, Methoden, Apparate – wird zurückgegriffen, um bislang unbekannte und nicht wahrnehmbare Effekte der Elektrizität zu untersuchen und zu beschreiben? Welche Praktiken werden in Anschlag gebracht, um diese zu erforschen und später gezielt in Apparaten anzuwenden? Wo kommen die Materialien für elektrische Bauteile her und wie werden sie konkret konfiguriert? Neben der Lektüre einschlägiger Primär- und Sekundärliteraturen werden einige Episoden der Schaltungsgeschichte am konkreten Material ausprobiert und nachgebastelt
 
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“Der Zufall möglicherweise” – Theorie, Geschichte und Erzeugung von Zufallszahlen

Veranstaltungsnummer: 53526
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Dr. Dr. Stefan Höltgen
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Künstlich erzeugte Zufallszahlen spielen eine bedeutende Rolle in der gegenwärtigen Medientechnologie. Von der „Shuffle“-Funktion des MP3-Players bis hin zu Verschlüsselungsalgorithmen des Militärs haben sie vielfältigen Einsatz in digitalen Medien. Im Seminar wollen wir die Theorie und Geschichte der Zufallsforschung und der Zufallszahlen seit der Antike beleuchten. Nach einer Einführung in zentrale grundlegende Theorien der Zufallsforschung (Stochastik, Spieltheorie, Informationstheorie, Thermodynamik) werden ausgewählte Stationen der Geschichte der Zufallszahlen-Generierung erörtert, bevor wir uns im letzten Drittel des Seminars maßgeblichen Algorithmen der Zufallszahlen-Erzeugung in Digitalcomputern zuwenden und diese anhand von Programmen analysieren. Als Diskussionsgrundlage dienen Texte, die vom Seminarleiter in einem Moodle-Kurs bereit gestellt werden. Für eine Teilnahmebescheinigung muss ein Referat (einzeln oder als Gruppe) gehalten werden. Bedingung für die MAP ist die Anfertigung einer Hausarbeit. Lektürekompetenz von Computerprogrammen (vor allem Python oder BASIC) sind von Vorteil, können aber auch in einem begleitenden Tutorium erworben werden; alle notwendigen mathematischen Kenntnisse werden im Kurs vermittelt, Teilnehmer:innen sollten allerdings keine Scheu vor mathematischen Methoden und Lektüren besitzen.
 
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Die Rohstoffe der Medien: Globale Material-, Wissens- und Techniktransfers

Veranstaltungsnummer: 53501
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Christine von Oertzen, Prof. Dr. Viktoria Tkaczyk
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Vorlesung / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Von Wachsmoulagen für medizinische Lehrsammlungen, über physiologische Versuchsapparaturen aus Edelstahl, Schellackplatten wissenschaftlicher Schallarchive, Papier in Preußischen Bildungseinrichtungen bis hin zu Kupferdraht und Glasfasern für Übertragungsmedien: All diese Medien ermöglichen die Produktion, Verbreitung und Bewahrung von Wissen. Woher aber stammen die Rohstoffe für Wachs, Stahl, Papier, Schellack und Glas, aus denen diese Medien hergestellt werden? Die Ringvorlesung eröffnet neue Perspektiven für die epistemologisch orientierte Medienwissenschaft, indem sie nach den materiellen Ressourcen verschiedener Medien des Wissens fragt. Ausgehend von konkreten Medientechnologien werden diejenigen Roh- und Zusatzstoffe, Netzwerke und „supply-chains“ offengelegt, die nötig waren, um diese erforderlichen Materialien zu produzieren und zu optimieren. Die Ringvorlesung bringt Wissenschaftler*innen unterschiedlicher historischer Disziplinen zusammen, um medien- und kulturwissenschaftliche sowie ökologische und materialwissenschaftliche Ansätze mit Methoden der historischen Epistemologie zu verbinden – mit dem Ziel, Medien des Wissens in ihrer materiellen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verankerung und globalen Verwobenheit sichtbar zu machen.
 
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Modul III - Politiken des Medialen (10 LP)

Oral History und Digital Humanities

Veranstaltungsnummer: 53522
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: n.n.
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Die Aufzeichnung von persönlichen Erinnerungen anhand von Oral History-Methoden bildet eine Schnittstelle zwischen Medien- und Geschichtswissenschaften. Innerhalb der letzten Jahre wurden zahlreiche audiovisuelle Sammlungen von Oral History-Projekten an Museen und Forschungseinrichtungen digitalisiert, archiviert und online bereitgestellt. Das Seminar geht zum einen den Archivierungspraktiken von Oral History-Projekten der letzten Jahrzehnte nach und fragt gleichzeitig nach den Herausforderungen, die die Digitalisierung audiovisueller Medien mit sich bringen. Das Seminar ist unterteilt in einen theoretischen Teil, in dem Texte zur Oral History und zu den Digital Humanities besprochen werden und in einen praktischen Teil, in dem bereits bestehende Archivierungs- und Digitalisierungsprojekte von Oral History-Sammlungen untersucht werden. Außerdem bereiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst die Befragung von Experten im Seminar vor, die dann gemeinsam vorgenommen wird.
 
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Computing & Commoning

Veranstaltungsnummer: 53515
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Shintaro Miyazaki
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Vorlesung / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Mit Commoning ist die Tätigkeit der kollektiven Organisation gemeinsam genutzter, gepflegter und verwalteter Güter-, Wissen- und Lebensformen, oft auch Commons genannt, gemeint. Commons tauchen überall dort auf, wo soziale, demokratische, flach-hierarchisch organisierte Gemein­schaften, solidarisch und ohne Profitstreben, aktiv werden. Die Vorlesung untersucht, wie Commoning und Computation zusammenhängen und wirkmächtig werden könnten. Dabei wird es vor allem um die Frage gehen, welche Algorithmen, Protokolle und Regeln die Informations- und Datenspeicherung, -übertragung und -prozessierung im Commoning verbessern, aber auch reflektieren können. Darüber hinaus werden Wissensformen der computerbasierten Modellierung sozio-ökonomisch-ökologischer Prozesse und ihre Macht, Zukunft zu erzeugen und bestimmen kritisch untersucht. Welche Formen von Computation sind besonders förderlich für Commoning-Prozesse und welche eher hinderlich? Kann Computation benutzt werden, um sich von der freien Marktwirtschaft zu befreien? Plattform-Kooperativismus, Commons-Based-Peer-Production oder Digitaler Commonismus wären hier wichtige Begriffe und Konzepte, die die Vorlesung behandelt. Bemerkung: Mit Ausnahme der Einführung werden alle Vorlesung als Podcast jeweils zum Sitzungstermin verfügbar gemacht. Für jede zweite Vorlesung wird ein ca. fünfhundert Wörter umfassender Kommentar erwartet. Daneben gibt es zu jeder Sitzung auch die Möglichkeit, die Vorlesungen in kleinen Gruppen online zu diskutieren.
 
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Medienkonzeptionen: Aus den Laboren der Geisteswissenschaften

Veranstaltungsnummer: 53512
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Viktoria Tkaczyk
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Spätestens seit Friedrich Kittlers programmatischer Rede von der „Austreibung des Geistes aus den Geisteswissenschaften“ ist klar, dass Geisteswissenschaftler*innen nicht im luftleeren Raum agieren. Ihr Denken und Arbeiten ist geprägt von den Forschungstechnologien und medialen Infrastrukturen, die sie umgeben: Grammophon, Film und Typewriter, Rundfunk, Fernsehen, Computer und Internet haben sich nachhaltig und auf jeweils eigene Weise in geisteswissenschaftliche Diskurse eingeschrieben. Aber welchen Einfluss nahmen und nehmen Geisteswissenschaftler*innen umgekehrt auf die zentralen Medientechnologien des 20. und 21. Jahrhunderts? Dieser Frage geht das Masterseminar nach. Wir verfolgen, wie und wo Geisteswissenschaftler*innen konkret an der Konzeption medialer Technologien und Formate beteiligt waren. Wo setzten sie Impulse, wo wurden sie zur kritischen Instanz neuer Medien? Und wie lässt sich hier der Trend der zahlreichen jüngst etablierten Denkfabriken und Labore von und für Geisteswissenschaftler*innen einordnen? Das Seminar ist als Forschungsseminar angelegt. Neben der Lektüre einschlägiger medienhistorischer und medienarchäologischer Studien befassen wir uns mit Archivmaterialen aus den Konzeptionsphasen ausgewählter Medientechnologien.
 
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Bibliotheken und die Medien der Zirkulation

Veranstaltungsnummer: 53510
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Dr. Hannah Wiemer
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
In Bibliotheken liegen Bücher nicht nur verwahrt in Regalen und Magazinen, sondern Bibliotheken sind vor allem auch große Motoren, die Medien zirkulieren lassen. Das Seminar möchte mit Fokus auf diese Bewegungen eine dezidiert medienwissenschaftliche Perspektive auf Bibliotheken und ihre Medien der Zirkulation ausloten, die bisher so noch wenig untersucht wurden. Denn selbst Medien der Bewahrung wie beispielsweise Kataloge, die Buchbestände verzeichnen, sind ebenso auch für die Zirkulation von Büchern, für das Hervorholen und Ablegen der verzeichneten Bestände, wirksam. Spätestens seitdem Bibliotheken sich im 19. Jahrhundert vermehrt einem allgemeinen Bildungsauftrag verschreiben, entstehen Gebäude, Apparate und Arbeitsprozesse, mit der Absicht, die Bücher unter das „Volk“ und potentielle Leser*innen zu den Büchern zu bringen. Die gesammelten Bücher liegen nicht nur im Lager, sondern werden von dort mit immer neuen Vorrichtungen, Apparaten und Maschinen in Bewegung gebracht, damit sie gebunden, gefunden, ausgeliehen, gelesen, zurückgebracht, und wieder ausgeliehen werden können. Medien und Technologien wie Förderbänder, Kataloge, Mitgliedsausweise, Benutzungsordnungen, Technologien der Kompression (z.B. Mikroform) und Gebäudearchitekturen bilden die Bibliothek. In welchem Verhältnis stehen die Medien der Bibliothek zu den Aufgaben, die den Bibliotheken jeweils politisch und kulturell zugeschrieben werden? Welche Ein- und Ausschlüsse werden durch diese Medien produziert? Wo wirken die Bibliotheksmedien über die Bibliothek hinaus? Welche außerbibliothekarischen Technologien nehmen Bibliotheken auf und wie werden diese hier adaptiert? Diesen und anderen Fragen will das Seminar anhand von ausgewählten historischen und heutigen Beispielen nachgehen.
 
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Begleitseminar zur Ringvorlesung – Die Rohstoffe der Medien: Globale Material-, Wissens- und Techniktransfers

Veranstaltungsnummer: 53502
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Christine von Oertzen, Prof. Dr. Viktoria Tkaczyk
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Ergänzend zur Ringvorlesung „Die Rohstoffe der Medien: Globale Material-, Wissens- und Techniktransfers “ findet ein digitales Vertiefungsseminar statt. Dieses bietet Gelegenheit zur ergänzenden Textlektüre und eingehenden Diskussion mit jeder*m unserer Gastredner*innen. Bemerkung: Das Seminar wird als digitale und zeitgebundene Lehrveranstaltung angeboten.
 
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Politiken der Farben

Veranstaltungsnummer: 532810
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: n.n.
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Vorlesung / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Die Ringvorlesung untersucht das Politisch-Werden bestimmter Farben. Auch wenn »Politiken der Farben« umständlicher klingt als das englische Pendant »Politics of Color«, ist der Titel doch aus mehreren Gründen so gewählt. Erstens soll damit einer Verunsicherung und falschen Erwartungshaltung in Bezug auf gegenwärtige politische Debatten vorgebeugt werden. Auch wenn in der Vorlesung mitunter auch konkrete politische Instrumentalisierungen von Farben z.B. in der Form von Fremd- oder Selbstzuschreibungen reflektiert werden, dient die kritische Analyse gegenwärtiger Farbsemiotiken eher als Horizont und Fluchtpunkt historischer Rekonstruktionen. Die Vorlesung möchte damit zweitens beleuchten, wie Farben überhaupt in gesellschaftlich-politischen Dimensionen symbolisch wirksam geworden sind. Dass dem so ist, soll also einer politischen Geschichte der Farben vorausgesetzt werden, sondern im Zentrum ihrer kulturgeschichtlichen und -theoretischen Problematisierung stehen. Wie Farben politisch geworden sind, meint damit: In welchen kulturellen Kontexten wurden farbliche Aspekte politisiert? Inwiefern stellen Farben einen Projektionsraum oder eine Inskriptionsfläche für politische Kommunikation und politisches Handeln dar? In welcher historischen Tiefendimension steht die Politisierung bestimmter Farben? In welchem Verhältnis stehen die Prozesse der Politisierung zur Wissens- und Wissenschaftsgeschichte der Farben, z.B. der Ästhetik, der Physiologie und Psychologie, der Evolutionsbiologie etc. Und schließlich: Wie entwickeln sich aus der politischen Semiotik der Farben heraus bestimmte kulturelle (Denk-)Muster der Alarmierung, des Aufrufs, der Reinheit, der Beruhigung usf. Drittens verfolgt die Vorlesung damit die These, dass das Politische und die Farben in einem ›co-evolutiven‹ Verhältnis zueinander stehen, deren Geschichte mit der Vorlesung entfaltet werden soll. Eine kulturwissenschaftliche Geschichte der Farben ohne ihre politische Inszenierung und Funktionalisierung ist damit ebenso wenig sinnvoll erzählbar, wie eine politische Geschichte ohne ihre visuelle Dimension.
 
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Die Rohstoffe der Medien: Globale Material-, Wissens- und Techniktransfers

Veranstaltungsnummer: 53501
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Christine von Oertzen, Prof. Dr. Viktoria Tkaczyk
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Vorlesung / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Von Wachsmoulagen für medizinische Lehrsammlungen, über physiologische Versuchsapparaturen aus Edelstahl, Schellackplatten wissenschaftlicher Schallarchive, Papier in Preußischen Bildungseinrichtungen bis hin zu Kupferdraht und Glasfasern für Übertragungsmedien: All diese Medien ermöglichen die Produktion, Verbreitung und Bewahrung von Wissen. Woher aber stammen die Rohstoffe für Wachs, Stahl, Papier, Schellack und Glas, aus denen diese Medien hergestellt werden? Die Ringvorlesung eröffnet neue Perspektiven für die epistemologisch orientierte Medienwissenschaft, indem sie nach den materiellen Ressourcen verschiedener Medien des Wissens fragt. Ausgehend von konkreten Medientechnologien werden diejenigen Roh- und Zusatzstoffe, Netzwerke und „supply-chains“ offengelegt, die nötig waren, um diese erforderlichen Materialien zu produzieren und zu optimieren. Die Ringvorlesung bringt Wissenschaftler*innen unterschiedlicher historischer Disziplinen zusammen, um medien- und kulturwissenschaftliche sowie ökologische und materialwissenschaftliche Ansätze mit Methoden der historischen Epistemologie zu verbinden – mit dem Ziel, Medien des Wissens in ihrer materiellen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verankerung und globalen Verwobenheit sichtbar zu machen.
 
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Modul IV - Mediendramaturgie und Medienästhetik (10 LP)

Video: Ästhetik und Technik 70er Jahre

Veranstaltungsnummer: 53536
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: n.n.
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Das Seminar befasst sich mit den Anfängen von Video als neuer Technologie und seiner Entwicklung zu einem eigenständigen Medium. Video ist das erste genuin audiovisuelle Medium, unterscheidet sich von den Aufzeichnungsmedien Fotografie und Film, teilt seine Technologie mit Fernsehen und implementiert seit der Frühphase programmierbare Geräte, parallel zur Entwicklung von Analogcomputern. Pioniere der Videokunst experimentieren mit den technischen Möglichkeiten eines elektronischen Vokabulars, neben Video als Alternativfernsehen und künstlerischem Video in Videoperformances. Wir befassen uns vorrangig mit der bildästhetischen Richtung anhand von Videoclips und Texten, die online zur Verfügung stehen. Die Übernahme von Referaten, Kurzbeiträgen und aktiver Diskussionsbeteiligung zu Theorie und Videos im Seminar wird erwartet. Hauptliteratur: Yvonne Spielmann, Video. Das reflexive Medium, Suhrkamp 2005 (in vielen Berliner Bibliotheken)
 
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Texte zur Theorie der Szene

Veranstaltungsnummer: 53509
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Dr. Florian Leitner
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Der Begriff der Szene entstammt dem Theater, taucht aber auch in ganz anderen Zusammenhängen auf. Wenn von einer "Kulturgeschichte der Szene" gesprochen wird, umfasst diese daher nicht nur "das erste Hervortreten eines Schauspielers aus dem Chor der antiken Bühne und die höfisch-zeremonielle Überkreuzstellung der Füße im Barocktheater", sondern beschäftigt sich auch mit Szenen in "der Clip-Kultur bei YouTube oder der Visual Concept Detection der Informatik" (Christians, Crux Scenica, Bielefeld 2016, S. 13). "Szene" erweist sich vor diesem Hintergrund als allgemeines medienästhetisches Konzept, das unterschiedliche mediale Dramaturgien vergleichbar macht: In Filmen, Performances, Installationen, aber auch in Videospielen und bei den Graphical User Interfaces moderner Computerbetriebssysteme, sogar bei den Versuchsanordnungen in den Laboren der Naturwissenschaften — überall dort werden im weitesten Sinne Szenen produziert, das heißt "Anordnungen von Objekten, Körpern und Gesten, aber auch von Operationen und Aussagen, die eine strukturierte Abfolge von Ereignissen und Handlungen in einem dramaturgischen Zeitablauf darstellen" (Voss u.a., Medienanthropologische Szenen, Paderborn 2019, S. 1). Die szenischen Handlungen müssen dabei keineswegs auf Menschen zurückzuführen sein — auch Handlungen etwa von Tieren oder Apparaten können szenisch in den Blick genommen werden. Dabei lässt sich argumentieren, dass Szenen genau genommen nicht etwa Handlungen abbilden oder sichtbar machen, dass wir vielmehr überhaupt erst dann von einer Handlung sprechen können, wenn ein Vorgang im Modus des Szenischen betrachtet wird. Ausgehend von derartigen Überlegungen werden in dem Seminar Texte aus verschiedenen Disziplinen — neben der Medienwissenschaft etwa der Theaterwissenschaft, der Kulturwissenschaft, der Literaturwissenschaft, der Psychologie und den Science and Technology Studies — besprochen, die sich dem Konzept der Szene und Phänomenen des Szenischen widmen, und anhand von Beispielen, u.a. aus der Medienkunst, diskutiert. Das Seminar findet voraussichtlich in Form von Zoom-Konferenzen statt, die sich mit Textarbeit in Online-Diskussionsforen abwechseln. Bemerkung: Alle Seminarteilnehmer_innen müssen in der ersten Sitzung anwesend sein. Ein über Agnes zugeteilter Seminarplatz geht bei unentschuldigter Abwesenheit in der ersten Sitzung verloren.
 
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Die Unverzichtbarkeit der Akteure. Aspekte von Agency im Problemhorizont der ‘digitalen Gesellschaft’

Veranstaltungsnummer: 53500
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: PD Dr. Eleonore Kalisch
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Die teils utopischen teils realistischen Erwartungen an die Fortschritte der KI wecken zugleich die Befürchtung, in nicht allzu ferner Zukunft könnten autonome technische Medien und Software Agents in die von Menschen geräumten aktiven Subjektpositionen einrücken. Dieser Angst zu begegnen, erfordert genau zu prüfen, wie sich Voraussetzungen und Anforderungen, Chancen und Risiken, Formen und Mittel der individuellen Persona-Bildung und Handlungsfähigkeit im Kontext der neuen Medien verändern. Daher setzt das Seminar drei Schwerpunkte: (1) Personalitätsmodelle in medialer Perspektive; (2) Kriterien der Handlungsfähigkeit; (3) Korrelation von Personalitätsmodellen und Handlungsfähigkeit (agency im weiten, nicht ökonomisch verengten Sinn). (1) Aktuelle Personalitätsmodelle haben sich unter Einfluss der Medien modifiziert und differenziert. Historischer Ausgangspunkt ist das unabgegoltene Vier-Personae-Modell des Stoikers Panaitios, das um verschiedene Versionen von Medien-Personae (Influencer, Spielerfiguren, virtuelle Personae wie u.a. Instagram-Avatare etc.) erweitert wird. Untersucht werden vor allem Darstellungsstrategien für Personalfiguren in unterschiedlichen Medienformaten, Figurenkonstellationen im Computerspiel, interaktive Ego-Alter-Tertius-Beziehungen. (2) Maßgeblicher Konstitutionsfaktor der Persona-Bildung nach Panaitios ist das Prinzip der Selbstverantwortung, Hauptkriterium persönlicher Identität nach John Locke ist die Zurechenbarkeit der eigenen Handlungen. Im Horizont der jüngsten Medienentwicklungen rückt das Seminar daher die Handlungsfähigkeit in den verschiedenen Dimensionen von Individualität und Gesellschaftlichkeit, Primärerfahrung und medialer Vermittlung, Nützlichkeit und Funktionslust in den Mittelpunkt. Individuen agieren als soziale Akteure in unterschiedlichen Situationsrahmen und kommunikativen Kontexten, auf Objekt- und Metaebenen, in realen und fiktionalen Welten in unterschiedlichen Raum- und Zeitgestalten. Die Ambivalenzen und Widersprüche individueller Handlungsfähigkeit haben in unterschiedlichen medialen Darstellungs- und Aktivitätsformen (Film, Quality-Serien in TV, Netz und Streamingdiensten, Computerspielen, Kommunikationsplattformen usw.) neue widersprüchliche Menschenbilder, Handlungsstrukturen auf unterschiedlichen Bezugsebenen, Konfigurationsbildungen und Personalitätsmodelle hervorgerufen. Anhand relevanter Modellfälle aus unterschiedlichen Mediengattungen und –formaten sollen Aspekte von Agency in konkreter Analyse vorgestellt und diskutiert werden. (3) Als weiterer Schwerpunkt ergibt sich das spannungsvolle Wechselverhältnis von Personalitätsmodellen und Handlungsfähigkeit, das auf der einen Seite von subjektiven Dispositionen, auf der anderen Seite von objektiven Handlungsmöglichkeiten bestimmt ist. Letztere haben sich durch die Digitalisierung scheinbar unbegrenzt erweitert, darüber werden zuweilen die Grenzen vergessen, die zuletzt immer erst im Zusammenstoß mit der harten Realität der Zwänge und Widerstände, der Krisen und Katastrophen erfahren werden. Bemerkung: Leistungsnachweise/Teilnahmeschein: Protokoll
 
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Modul V - Digitale Medien (10 LP)

Computing & Commoning

Veranstaltungsnummer: 53515
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Shintaro Miyazaki
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Vorlesung / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Mit Commoning ist die Tätigkeit der kollektiven Organisation gemeinsam genutzter, gepflegter und verwalteter Güter-, Wissen- und Lebensformen, oft auch Commons genannt, gemeint. Commons tauchen überall dort auf, wo soziale, demokratische, flach-hierarchisch organisierte Gemein­schaften, solidarisch und ohne Profitstreben, aktiv werden. Die Vorlesung untersucht, wie Commoning und Computation zusammenhängen und wirkmächtig werden könnten. Dabei wird es vor allem um die Frage gehen, welche Algorithmen, Protokolle und Regeln die Informations- und Datenspeicherung, -übertragung und -prozessierung im Commoning verbessern, aber auch reflektieren können. Darüber hinaus werden Wissensformen der computerbasierten Modellierung sozio-ökonomisch-ökologischer Prozesse und ihre Macht, Zukunft zu erzeugen und bestimmen kritisch untersucht. Welche Formen von Computation sind besonders förderlich für Commoning-Prozesse und welche eher hinderlich? Kann Computation benutzt werden, um sich von der freien Marktwirtschaft zu befreien? Plattform-Kooperativismus, Commons-Based-Peer-Production oder Digitaler Commonismus wären hier wichtige Begriffe und Konzepte, die die Vorlesung behandelt. Bemerkung: Mit Ausnahme der Einführung werden alle Vorlesung als Podcast jeweils zum Sitzungstermin verfügbar gemacht. Für jede zweite Vorlesung wird ein ca. fünfhundert Wörter umfassender Kommentar erwartet. Daneben gibt es zu jeder Sitzung auch die Möglichkeit, die Vorlesungen in kleinen Gruppen online zu diskutieren.
 
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Modul VI - Vertiefung Medienepistemologie, -archäologie und -historiografie (10 LP)

Oral History und Digital Humanities

Veranstaltungsnummer: 53522
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: n.n.
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Die Aufzeichnung von persönlichen Erinnerungen anhand von Oral History-Methoden bildet eine Schnittstelle zwischen Medien- und Geschichtswissenschaften. Innerhalb der letzten Jahre wurden zahlreiche audiovisuelle Sammlungen von Oral History-Projekten an Museen und Forschungseinrichtungen digitalisiert, archiviert und online bereitgestellt. Das Seminar geht zum einen den Archivierungspraktiken von Oral History-Projekten der letzten Jahrzehnte nach und fragt gleichzeitig nach den Herausforderungen, die die Digitalisierung audiovisueller Medien mit sich bringen. Das Seminar ist unterteilt in einen theoretischen Teil, in dem Texte zur Oral History und zu den Digital Humanities besprochen werden und in einen praktischen Teil, in dem bereits bestehende Archivierungs- und Digitalisierungsprojekte von Oral History-Sammlungen untersucht werden. Außerdem bereiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst die Befragung von Experten im Seminar vor, die dann gemeinsam vorgenommen wird.
 
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Bibliotheken und die Medien der Zirkulation

Veranstaltungsnummer: 53510
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Dr. Hannah Wiemer
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
In Bibliotheken liegen Bücher nicht nur verwahrt in Regalen und Magazinen, sondern Bibliotheken sind vor allem auch große Motoren, die Medien zirkulieren lassen. Das Seminar möchte mit Fokus auf diese Bewegungen eine dezidiert medienwissenschaftliche Perspektive auf Bibliotheken und ihre Medien der Zirkulation ausloten, die bisher so noch wenig untersucht wurden. Denn selbst Medien der Bewahrung wie beispielsweise Kataloge, die Buchbestände verzeichnen, sind ebenso auch für die Zirkulation von Büchern, für das Hervorholen und Ablegen der verzeichneten Bestände, wirksam. Spätestens seitdem Bibliotheken sich im 19. Jahrhundert vermehrt einem allgemeinen Bildungsauftrag verschreiben, entstehen Gebäude, Apparate und Arbeitsprozesse, mit der Absicht, die Bücher unter das „Volk“ und potentielle Leser*innen zu den Büchern zu bringen. Die gesammelten Bücher liegen nicht nur im Lager, sondern werden von dort mit immer neuen Vorrichtungen, Apparaten und Maschinen in Bewegung gebracht, damit sie gebunden, gefunden, ausgeliehen, gelesen, zurückgebracht, und wieder ausgeliehen werden können. Medien und Technologien wie Förderbänder, Kataloge, Mitgliedsausweise, Benutzungsordnungen, Technologien der Kompression (z.B. Mikroform) und Gebäudearchitekturen bilden die Bibliothek. In welchem Verhältnis stehen die Medien der Bibliothek zu den Aufgaben, die den Bibliotheken jeweils politisch und kulturell zugeschrieben werden? Welche Ein- und Ausschlüsse werden durch diese Medien produziert? Wo wirken die Bibliotheksmedien über die Bibliothek hinaus? Welche außerbibliothekarischen Technologien nehmen Bibliotheken auf und wie werden diese hier adaptiert? Diesen und anderen Fragen will das Seminar anhand von ausgewählten historischen und heutigen Beispielen nachgehen.
 
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Mediengeschichte der Schaltung

Veranstaltungsnummer: 53528
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: n.n.
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Schaltungen sind konstitutiv für Medientechnologien: Die Verbindungen einzelner elektrischer und elektronischer Bauelemente zu Kreisen in denen Strom kontrolliert, regelhaft und später auch mathematisch informiert zirkulieren kann, sind Grundlage technischer Medien. Spätestens ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verschwinden sie hinter Gehäusen und folgen in komplexen Architekturen zunehmend einer Logik des Digitalen. Dem geht allerdings eine langzeitliche Entwicklung von Schaltung voraus, die weniger als technomathematische beschreibbar ist, sondern als eine des Versuchens, Experimentierens und materiellen Kombinierens vorhandener Mittel. Hier setzt das Seminar an. Ausgehend von der systematischen Erforschung von Elektrizität und Entdeckung erster elektrischer Bauelemente ab 1800 soll am Beispiel der Schaltungsgeschichte des elektrischen Schwingkreises gefragt werden, welche materiellen, diskursiven, institutionellen und ökonomischen Bedingungen ein Erforschen und späteres Anwenden von Schaltungen im langen 19. Jahrhundert ermöglichen. Auf welche Wissensbestände – Begriffe, Methoden, Apparate – wird zurückgegriffen, um bislang unbekannte und nicht wahrnehmbare Effekte der Elektrizität zu untersuchen und zu beschreiben? Welche Praktiken werden in Anschlag gebracht, um diese zu erforschen und später gezielt in Apparaten anzuwenden? Wo kommen die Materialien für elektrische Bauteile her und wie werden sie konkret konfiguriert? Neben der Lektüre einschlägiger Primär- und Sekundärliteraturen werden einige Episoden der Schaltungsgeschichte am konkreten Material ausprobiert und nachgebastelt
 
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Die Rohstoffe der Medien: Globale Material-, Wissens- und Techniktransfers

Veranstaltungsnummer: 53501
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Christine von Oertzen, Prof. Dr. Viktoria Tkaczyk
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Vorlesung / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Von Wachsmoulagen für medizinische Lehrsammlungen, über physiologische Versuchsapparaturen aus Edelstahl, Schellackplatten wissenschaftlicher Schallarchive, Papier in Preußischen Bildungseinrichtungen bis hin zu Kupferdraht und Glasfasern für Übertragungsmedien: All diese Medien ermöglichen die Produktion, Verbreitung und Bewahrung von Wissen. Woher aber stammen die Rohstoffe für Wachs, Stahl, Papier, Schellack und Glas, aus denen diese Medien hergestellt werden? Die Ringvorlesung eröffnet neue Perspektiven für die epistemologisch orientierte Medienwissenschaft, indem sie nach den materiellen Ressourcen verschiedener Medien des Wissens fragt. Ausgehend von konkreten Medientechnologien werden diejenigen Roh- und Zusatzstoffe, Netzwerke und „supply-chains“ offengelegt, die nötig waren, um diese erforderlichen Materialien zu produzieren und zu optimieren. Die Ringvorlesung bringt Wissenschaftler*innen unterschiedlicher historischer Disziplinen zusammen, um medien- und kulturwissenschaftliche sowie ökologische und materialwissenschaftliche Ansätze mit Methoden der historischen Epistemologie zu verbinden – mit dem Ziel, Medien des Wissens in ihrer materiellen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verankerung und globalen Verwobenheit sichtbar zu machen.
 
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Temporale Medienökonomie: Ein Lexikon technischer Zeitfiguren

Veranstaltungsnummer: 53506
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Wolfgang Ernst
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Heinrich Heine sah seinerzeit die Elementarbegriffe von Zeit und Raum ins Schwanken geraten: 'Durch die Eisenbahnen wird der Raum getötet, und es bleibt uns nur noch die Zeit übrig.' Dem entsprechen nun hochtechnische Medien. Es ist ein Indiz der aktuellen Situation, dass medienkulturelle Zeitformen wie die 'Echtzeit' nach technischen Fachbegriffe verlangen und nicht etwa auf einen kulturell-diskursiven Begriff gebracht werden. Immanuel Kant bezeichnete die Zeit noch als transzendentale Form der inneren Anschauung. Medienwirkungsforschung sucht solche Aprioris in ihrer technischen und physiologischen Konkretion zu benennen, wenn es zur Kopplung menschlicher Wahrnehmung mit apparativen Praktiken der Manipulation von Zeit kommt. Radikale Medienarchäologie widmet sich deren genuinen Formen der Zeitgebung und der Zeitachsenmanipulationen durch und in technischen Medien. Ziel des Seminars ist die Identifizierung und Charakterisierung medienspezifischer Zeitfiguren, ihre analogtechnischen, algorithmischen und zeitkritischen Realisationen.
 
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Modul VII - Vertiefung Angewandte Medienwissenschaft (Digitale Medien, Mediendramaturgie) (10 LP)

Video: Ästhetik und Technik 70er Jahre

Veranstaltungsnummer: 53536
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: n.n.
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Das Seminar befasst sich mit den Anfängen von Video als neuer Technologie und seiner Entwicklung zu einem eigenständigen Medium. Video ist das erste genuin audiovisuelle Medium, unterscheidet sich von den Aufzeichnungsmedien Fotografie und Film, teilt seine Technologie mit Fernsehen und implementiert seit der Frühphase programmierbare Geräte, parallel zur Entwicklung von Analogcomputern. Pioniere der Videokunst experimentieren mit den technischen Möglichkeiten eines elektronischen Vokabulars, neben Video als Alternativfernsehen und künstlerischem Video in Videoperformances. Wir befassen uns vorrangig mit der bildästhetischen Richtung anhand von Videoclips und Texten, die online zur Verfügung stehen. Die Übernahme von Referaten, Kurzbeiträgen und aktiver Diskussionsbeteiligung zu Theorie und Videos im Seminar wird erwartet. Hauptliteratur: Yvonne Spielmann, Video. Das reflexive Medium, Suhrkamp 2005 (in vielen Berliner Bibliotheken)
 
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Texte zur Theorie der Szene

Veranstaltungsnummer: 53509
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Dr. Florian Leitner
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Der Begriff der Szene entstammt dem Theater, taucht aber auch in ganz anderen Zusammenhängen auf. Wenn von einer "Kulturgeschichte der Szene" gesprochen wird, umfasst diese daher nicht nur "das erste Hervortreten eines Schauspielers aus dem Chor der antiken Bühne und die höfisch-zeremonielle Überkreuzstellung der Füße im Barocktheater", sondern beschäftigt sich auch mit Szenen in "der Clip-Kultur bei YouTube oder der Visual Concept Detection der Informatik" (Christians, Crux Scenica, Bielefeld 2016, S. 13). "Szene" erweist sich vor diesem Hintergrund als allgemeines medienästhetisches Konzept, das unterschiedliche mediale Dramaturgien vergleichbar macht: In Filmen, Performances, Installationen, aber auch in Videospielen und bei den Graphical User Interfaces moderner Computerbetriebssysteme, sogar bei den Versuchsanordnungen in den Laboren der Naturwissenschaften — überall dort werden im weitesten Sinne Szenen produziert, das heißt "Anordnungen von Objekten, Körpern und Gesten, aber auch von Operationen und Aussagen, die eine strukturierte Abfolge von Ereignissen und Handlungen in einem dramaturgischen Zeitablauf darstellen" (Voss u.a., Medienanthropologische Szenen, Paderborn 2019, S. 1). Die szenischen Handlungen müssen dabei keineswegs auf Menschen zurückzuführen sein — auch Handlungen etwa von Tieren oder Apparaten können szenisch in den Blick genommen werden. Dabei lässt sich argumentieren, dass Szenen genau genommen nicht etwa Handlungen abbilden oder sichtbar machen, dass wir vielmehr überhaupt erst dann von einer Handlung sprechen können, wenn ein Vorgang im Modus des Szenischen betrachtet wird. Ausgehend von derartigen Überlegungen werden in dem Seminar Texte aus verschiedenen Disziplinen — neben der Medienwissenschaft etwa der Theaterwissenschaft, der Kulturwissenschaft, der Literaturwissenschaft, der Psychologie und den Science and Technology Studies — besprochen, die sich dem Konzept der Szene und Phänomenen des Szenischen widmen, und anhand von Beispielen, u.a. aus der Medienkunst, diskutiert. Das Seminar findet voraussichtlich in Form von Zoom-Konferenzen statt, die sich mit Textarbeit in Online-Diskussionsforen abwechseln. Bemerkung: Alle Seminarteilnehmer_innen müssen in der ersten Sitzung anwesend sein. Ein über Agnes zugeteilter Seminarplatz geht bei unentschuldigter Abwesenheit in der ersten Sitzung verloren.
 
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Die Unverzichtbarkeit der Akteure. Aspekte von Agency im Problemhorizont der ‘digitalen Gesellschaft’

Veranstaltungsnummer: 53500
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: PD Dr. Eleonore Kalisch
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Die teils utopischen teils realistischen Erwartungen an die Fortschritte der KI wecken zugleich die Befürchtung, in nicht allzu ferner Zukunft könnten autonome technische Medien und Software Agents in die von Menschen geräumten aktiven Subjektpositionen einrücken. Dieser Angst zu begegnen, erfordert genau zu prüfen, wie sich Voraussetzungen und Anforderungen, Chancen und Risiken, Formen und Mittel der individuellen Persona-Bildung und Handlungsfähigkeit im Kontext der neuen Medien verändern. Daher setzt das Seminar drei Schwerpunkte: (1) Personalitätsmodelle in medialer Perspektive; (2) Kriterien der Handlungsfähigkeit; (3) Korrelation von Personalitätsmodellen und Handlungsfähigkeit (agency im weiten, nicht ökonomisch verengten Sinn). (1) Aktuelle Personalitätsmodelle haben sich unter Einfluss der Medien modifiziert und differenziert. Historischer Ausgangspunkt ist das unabgegoltene Vier-Personae-Modell des Stoikers Panaitios, das um verschiedene Versionen von Medien-Personae (Influencer, Spielerfiguren, virtuelle Personae wie u.a. Instagram-Avatare etc.) erweitert wird. Untersucht werden vor allem Darstellungsstrategien für Personalfiguren in unterschiedlichen Medienformaten, Figurenkonstellationen im Computerspiel, interaktive Ego-Alter-Tertius-Beziehungen. (2) Maßgeblicher Konstitutionsfaktor der Persona-Bildung nach Panaitios ist das Prinzip der Selbstverantwortung, Hauptkriterium persönlicher Identität nach John Locke ist die Zurechenbarkeit der eigenen Handlungen. Im Horizont der jüngsten Medienentwicklungen rückt das Seminar daher die Handlungsfähigkeit in den verschiedenen Dimensionen von Individualität und Gesellschaftlichkeit, Primärerfahrung und medialer Vermittlung, Nützlichkeit und Funktionslust in den Mittelpunkt. Individuen agieren als soziale Akteure in unterschiedlichen Situationsrahmen und kommunikativen Kontexten, auf Objekt- und Metaebenen, in realen und fiktionalen Welten in unterschiedlichen Raum- und Zeitgestalten. Die Ambivalenzen und Widersprüche individueller Handlungsfähigkeit haben in unterschiedlichen medialen Darstellungs- und Aktivitätsformen (Film, Quality-Serien in TV, Netz und Streamingdiensten, Computerspielen, Kommunikationsplattformen usw.) neue widersprüchliche Menschenbilder, Handlungsstrukturen auf unterschiedlichen Bezugsebenen, Konfigurationsbildungen und Personalitätsmodelle hervorgerufen. Anhand relevanter Modellfälle aus unterschiedlichen Mediengattungen und –formaten sollen Aspekte von Agency in konkreter Analyse vorgestellt und diskutiert werden. (3) Als weiterer Schwerpunkt ergibt sich das spannungsvolle Wechselverhältnis von Personalitätsmodellen und Handlungsfähigkeit, das auf der einen Seite von subjektiven Dispositionen, auf der anderen Seite von objektiven Handlungsmöglichkeiten bestimmt ist. Letztere haben sich durch die Digitalisierung scheinbar unbegrenzt erweitert, darüber werden zuweilen die Grenzen vergessen, die zuletzt immer erst im Zusammenstoß mit der harten Realität der Zwänge und Widerstände, der Krisen und Katastrophen erfahren werden. Bemerkung: Leistungsnachweise/Teilnahmeschein: Protokoll
 
Weitere Informationen und/oder Anmeldung


Computing & Commoning

Veranstaltungsnummer: 53515
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Shintaro Miyazaki
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Vorlesung / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Mit Commoning ist die Tätigkeit der kollektiven Organisation gemeinsam genutzter, gepflegter und verwalteter Güter-, Wissen- und Lebensformen, oft auch Commons genannt, gemeint. Commons tauchen überall dort auf, wo soziale, demokratische, flach-hierarchisch organisierte Gemein­schaften, solidarisch und ohne Profitstreben, aktiv werden. Die Vorlesung untersucht, wie Commoning und Computation zusammenhängen und wirkmächtig werden könnten. Dabei wird es vor allem um die Frage gehen, welche Algorithmen, Protokolle und Regeln die Informations- und Datenspeicherung, -übertragung und -prozessierung im Commoning verbessern, aber auch reflektieren können. Darüber hinaus werden Wissensformen der computerbasierten Modellierung sozio-ökonomisch-ökologischer Prozesse und ihre Macht, Zukunft zu erzeugen und bestimmen kritisch untersucht. Welche Formen von Computation sind besonders förderlich für Commoning-Prozesse und welche eher hinderlich? Kann Computation benutzt werden, um sich von der freien Marktwirtschaft zu befreien? Plattform-Kooperativismus, Commons-Based-Peer-Production oder Digitaler Commonismus wären hier wichtige Begriffe und Konzepte, die die Vorlesung behandelt. Bemerkung: Mit Ausnahme der Einführung werden alle Vorlesung als Podcast jeweils zum Sitzungstermin verfügbar gemacht. Für jede zweite Vorlesung wird ein ca. fünfhundert Wörter umfassender Kommentar erwartet. Daneben gibt es zu jeder Sitzung auch die Möglichkeit, die Vorlesungen in kleinen Gruppen online zu diskutieren.
 
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“Der Zufall möglicherweise” – Theorie, Geschichte und Erzeugung von Zufallszahlen

Veranstaltungsnummer: 53526
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Dr. Dr. Stefan Höltgen
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Künstlich erzeugte Zufallszahlen spielen eine bedeutende Rolle in der gegenwärtigen Medientechnologie. Von der „Shuffle“-Funktion des MP3-Players bis hin zu Verschlüsselungsalgorithmen des Militärs haben sie vielfältigen Einsatz in digitalen Medien. Im Seminar wollen wir die Theorie und Geschichte der Zufallsforschung und der Zufallszahlen seit der Antike beleuchten. Nach einer Einführung in zentrale grundlegende Theorien der Zufallsforschung (Stochastik, Spieltheorie, Informationstheorie, Thermodynamik) werden ausgewählte Stationen der Geschichte der Zufallszahlen-Generierung erörtert, bevor wir uns im letzten Drittel des Seminars maßgeblichen Algorithmen der Zufallszahlen-Erzeugung in Digitalcomputern zuwenden und diese anhand von Programmen analysieren. Als Diskussionsgrundlage dienen Texte, die vom Seminarleiter in einem Moodle-Kurs bereit gestellt werden. Für eine Teilnahmebescheinigung muss ein Referat (einzeln oder als Gruppe) gehalten werden. Bedingung für die MAP ist die Anfertigung einer Hausarbeit. Lektürekompetenz von Computerprogrammen (vor allem Python oder BASIC) sind von Vorteil, können aber auch in einem begleitenden Tutorium erworben werden; alle notwendigen mathematischen Kenntnisse werden im Kurs vermittelt, Teilnehmer:innen sollten allerdings keine Scheu vor mathematischen Methoden und Lektüren besitzen.
 
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Modul VIII - Projektmodul (10 LP)

Konzept Medientheater

Veranstaltungsnummer: 53530
Leistungspunkte: 5
Lehrende/r: Dr. Florian Leitner
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Das Medientheater am Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft ist ein Labor für medienkünstlerische Performances, die u.a. von Studierenden in Projektseminaren entwickelt werden. Es ist damit zu rechnen, dass Medientheater und Projektseminar auch im Sommerhalbjahr wieder, wie bereits in den beiden zurückliegenden Semestern, in den virtuellen Raum des WWW verlegt werden müssen. Die Videotelefonie-Software Zoom bleibt vor diesem Hintergrund eine ständige Begleiterin. Denn nicht nur für Universitätsseminare und im Home-Office, auch für Online-Performances wird sie häufig genutzt — zum Beispiel in den "Lockdown-Tagebüchern", die im Medientheater-Projektseminar im Sommersemester 2020 entwickelt wurden (https://medientheater.com/2020/07/04/die-lockdown-tagebuecher/). Im Lauf des vergangenen Jahres hat sich beinahe schon eine eigene "Zoom-Dramaturgie" für Theater und Performances im virtuellen Raum entwickelt. Es scheint deswegen für das Medientheater-Projektseminar in diesem Sommersemester an der Zeit, alternative Gestaltungsformen für Online-Performances auszuloten. Damit verbunden ist die Frage, inwiefern die Nutzung von Computern selbst einer bestimmten Dramaturgie unterliegt, inwiefern etwa grafische Benutzeroberflächen mediale Dramaturgien etablieren, die ihre eigene digitale Theatralität implizieren. Ausgehend von derartigen Überlegungen entwickeln die Teilnehmer_innen eigene medienkünstlerische Projekte, die zum Semesterende voraussichtlich als Online-Aufführung präsentiert werden. Die Teilnehmer_innen müssen ausreichend Zeit für die eigenständige Projektarbeit — ca. einen Arbeitstag pro Woche — einplanen! Es wird ihnen daher empfohlen, auch das begleitende Tutorium "Technik im Medientheater" (Malte Schulze, Di 14-16h, direkt vor diesem Projektseminar, Ü53525) zu besuchen. Das Tutorium bietet ein Forum, um sich für die vertiefte Arbeit an den Projekten zu vernetzen, sowie technische Hilfestellung bei der Realisierung der Projekte. Bemerkung: Alle Seminarteilnehmer_innen müssen in der ersten Sitzung anwesend sein. Ein über Agnes zugeteilter Seminarplatz geht bei unentschuldigter Abwesenheit in der ersten Sitzung verloren.
 
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Modul IX - Praxismodul (10 LP)

-- Keine Lehrveranstaltung in diesem Semester --

 

Modul X - Abschlussmodul (30 LP)

Arbeits- und Examenskolloquium Digitalität, Materialität und Produktivität

Veranstaltungsnummer: 53523
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Shintaro Miyazaki
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Vorlesung / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Examenskolloquium zur Vorbereitung und Begleitung von Masterarbeiten, Dissertationen und allem, was danach kommt und Arbeitskolloquium für fortgeschrittene Studierende. Darüber hinaus dient das Kolloquium für die Diskussion von Forschungsberichten aus dem Lehrgebiet "digitale Medien" und der gemeinsamen kritischen Lektüre relevanter Texte ("Oberseminar"). Bemerkung: Erbeten wird eine vorherige Bewerbung/Anmeldung per Email: Prüfung: Verteidigung
 
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Anmeldung per EMail


Examenskolloquium Mediendramaturgie

Veranstaltungsnummer: 53518
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Dr. Florian Leitner
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Medienwissenschaft im Allgemeinen beschäftigt sich mit der wechselseitigen Abhängigkeit von Information und Medium, v.a. im Hinblick auf technische Medien. Aus dieser Perspektive nimmt auch die Mediendramaturgie, als Teilbereich der Medienwissenschaft, ihre Gegenstände in den Blick. Dabei fokussiert sie auf eine ganz bestimme Art von Medien-/Informationsprozessen — nämlich auf solche, die fiktionale Handlungen zum Inhalt haben. In dem Kolloquium werden mediendramaturgische Theorien und Methoden besprochen, aktuelle Forschungspositionen vorgestellt und Examensarbeiten diskutiert. Prüfung: Verteidigung
 
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“Medien, die wir meinen” – Kolloquium zu Medienbegriffen aus technomathematischer und epistemologischer Sicht

Veranstaltungsnummer: 53508
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Wolfgang Ernst
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Medienwissenschaft hat einen blinden Fleck der Selbstbeobachtung: den Begriff der 'Medien' selbst. Unter Medien, die wir hier meinen, werden dezidierte technologische Medien verstanden. Im Kolloquium kommen verschiedene Verständnisse von Medien und ihre disziplinären Ausdifferenzierungen zur Sprache. Ferner dient das Kolloquium Forschungsberichten aus dem Lehrgebiet Medientheorien sowie der Diskussion von Examensarbeiten. Die Bekanntmachung der wöchentlichen Themen und ReferentInnen erfolgt durch die Mailingliste (Eintrag unter www.medientheorien.hu-berlin.de). Literatur: Alexander Roesler / Bernd Stiegler (Hg.), Grundbegriffe der Medientheorie, Paderborn (Fink) 2005; ders. / Stefan Münker (Hg.), Was ist ein Medium, Frankfurt / M. (Suhrkamp) 2008; Diskussionsangebot: Wolfgang Ernst, Medienwissen(schaft), zeitkritisch. Ein Programm aus der Sophienstraße. Antrittsvorlesung v. 21. Oktober 2003, publiziert in der Reihe: Öffentliche Vorlesungen, hg. v. Präsidenten der Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin 2004 (http://edoc.hu-berlin.de/humboldt-vl/ernst-wolfgang-2003-10-21/PDF/Ernst.pdf) Bemerkung: Um die digitale Lehre für diese Veranstaltung zu sichern, bitte wir um die Anmeldung online! Die Bekanntmachung der wöchentlichen Themen, Texte und Referenten erfolgt durch die Mailingliste „Sendungen“ (Eintrag unter www.medienwissenschaft.hu-berlin.de, Lehrgebiet Medientheorien)
 
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Examenskolloquium

Veranstaltungsnummer: 53503
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Viktoria Tkaczyk
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Examens- und Forschungskolloquium für Verfasser*innen von Masterarbeiten, Dissertationen und Habilitationen. Gebeten wird um vorherige Anmeldung: .
 
Weitere Informationen und/oder Anmeldung
Anmeldung per EMail


Modul XI - Perspektiven der Medienwissenschaft (10 LP)

-- Keine Lehrveranstaltung in diesem Semester --

 

Tutorien

Wissenschaftliches Schreiben: Das Verfassen einer Hausarbeit

Veranstaltungsnummer: 53534
Leistungspunkte: 0
Lehrende/r: Walter Schilling
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: / Veranstaltungsart:
 

 
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Bachelor - Tutorium


Weitere Lehrveranstaltungen

-- Keine Lehrveranstaltung in diesem Semester --