Das Fachgebiet Medien­wissenschaft ermög­licht im Wintersemester 2020/2021 ein hybrides Studium. Ein großer Teil der Lehr­veran­staltungen wird in digitaler Form angeboten. Für einige Lehrveranstaltungen gibt es jedoch auch Präsenztermine, oder sie finden vollständig als Präsenzveranstaltung statt. Zu jeder Veranstaltung finden Sie die entsprechende Information.

Die Veranstaltungen sind auf dieser Seite nach den Modulen der Bachelor- und Master­studienordnungen von 2019 geordnet. Auch die Verlinkungen zu den Moodle-Kursen können Sie bei der jeweiligen Veranstaltung finden – sofern vorhanden.

 

Bachelor Studiengang

Modul I - Einführung in die Medienwissenschaft (10 LP)

Ontologie der A.I.

Veranstaltungsnummer: 53517 / Leistungspunkte: 3 / Lehrende/r: Sebastian Kawanami-Breu
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Hybridveranstaltung (Präsenz und Digital)
 
In diesem Seminar wollen wir versuchen, Phänomene der jüngeren ‘Artificial Intelligence’ auf medien- und technikphilosophische Probleme abzutasten. Welche impliziten Vorannahmen über die Wirklichkeit sind in den Operationen von A.I.-Systemen codiert? Was nehmen A.I.-Systeme wahr, wenn sie Gegenstände, Bilder oder Sprache in unserer Welt “wahrnehmen”? Ontologie der A.I. meint eine kritische Auseinandersetzung mit solchen grundlegenden Fragen an eine Technologie der Wahrnehmung, Klassifizierung und Mustererkennung, die wir für interessant halten, nicht weil wir den Konzernen von Big Tech irgendwelche Mikroverbesserungen ihrer ethischen Standards vorschlagen wollen, sondern weil sie einen Blick auf die Ordnung der Dinge freilegen können, die A.I. in den jeweiligen Regionen ihrer Anwendung installiert. Vermutlich wird es uns noch länger beschäftigen, welcher Bezug zur Welt als Objekt des Wissens in der nun allgemeinen kulturellen Verwendung von A.I. zum “graben”, “herausfördern” und “abbauen” von großen Datenbeständen ans Licht kommt. Das Seminar möchte einerseits Einblicke in die Existenzweise von A.I. als Ensemble technologischer Objekte vermitteln, die wir anhand konkreter Fallstudien zu Facial Recognition, Distant Reading und ähnlichen Praktiken versuchen werden. Andererseits gibt es Gelegenheit zur Diskussion der begrifflichen und philosophischen Grundlagen (inklusive der Fallstricke), die in diesen Artefakten implizit am Werk sind. Hier denke ich zum Beispiel an das Konzept der Repräsentation, den Begriff des Lernens oder das Problem der Erkenntnis von Universalien. Literatur Den Teilnehmenden wird die vorbereitende Lektüre von Melanie Mitchell, "Artificial Intelligence. A Guide for Thinking Humans" (2019) ans Herz gelegt. Bemerkung Dies ist eine Blended Learning-Veranstaltung. Einzelne Sitzungen können in Präsenz stattfinden. Die Ausgestaltung wird mit Beginn der Lehrveranstaltung bekanntgegeben.
 
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Computer – Spiel – Welten – hands-on

Veranstaltungsnummer: 53516 / Leistungspunkte: 3 / Lehrende/r: Dr. Dr. Stefan Höltgen
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Im Jahr 2000, als sich die Game Studies gerade zu formieren begannen, schloss der damalige Weimarer Medienwissenschaftler Claus Pias seine Dissertation mit dem Titel „Computer Spiel Welten“ ab, die 2002 als Buch (2017 auf Englisch) erschien. Darin unternimmt er den Versuch einer Epistemologie und Archäologie der Computerspiele und des Computerspielens, indem er beider Ursprünge bis weit vor das Zeitalter der „video games“ zurückführt. Pias Dissertation ist vielfach beachtet und ausgezeichnet worden und stellt bis heute den zentralen Beitrag zu einer gleichermaßen technisch und epistemologisch begründeten Erforschung elektronischer Spiele dar. Im Kurs wollen wir das Buch gemeinsam durcharbeiten, die theoretischen Hintergründe zu Pias’ Ansatz klären und seine Ausführungen an konkreten Beispielen (Computerspielen) experimentell erproben und nachvollziehen. Dabei soll sich sukzessive ein praktisch wie theoretisch geleiteter Begriff von Computer(spiel), Computer(spiel)archäologie und Computer(spiel)geschichte entfalten. Literatur Literatur: Claus Pias: Computer Spiel Welten. Zürich: diaphanes 2002. Sämtliche Materialen werden vom Dozenten in einem Moodle-Kurs zur Verfügung gestellt. Bemerkung Teilnahmebedingung: Übernahme eines Referats (einzeln oder in Gruppen) Leistungsbedingung: Verfassen einer medienarchäologischen Computerspiel-Analyse (Essay)
 
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Einführung in die Mediendramaturgie und die digitale Medienwissenschaft II

Veranstaltungsnummer: 53514 / Leistungspunkte: 3 / Lehrende/r: Dr. Florian Leitner
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
In dem Seminar werden grundlegende wissenschaftliche Techniken, Begriffe und Methoden sowie zentrale Ansätze der Mediendramaturgie und der digitalen Medienwissenschaft erlernt. Hierzu werden zentrale Texte aus der Medienästhetik und angrenzenden Bereichen diskutiert und medienspezifische Analysetechniken, gerade auch im Hinblick auf audiovisuelle Medien wie Film und Video, erprobt. Bemerkung Das Seminar findet voraussichtlich als Präsenzveranstaltung statt mit Anteilen, die online durchgeführt werden. NB: Alle Seminarteilnehmer_innen müssen in der ersten Sitzung anwesend sein. Ein über Agnes zugeteilter Seminarplatz geht bei unentschuldigter Abwesenheit in der ersten Sitzung verloren.
 
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Einführung in die Mediendramaturgie und die digitale Medienwissenschaft I

Veranstaltungsnummer: 53513 / Leistungspunkte: 3 / Lehrende/r: Dr. Florian Leitner
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
In dem Seminar werden grundlegende wissenschaftliche Techniken, Begriffe und Methoden sowie zentrale Ansätze der Mediendramaturgie und der digitalen Medienwissenschaft erlernt. Hierzu werden zentrale Texte aus der Medienästhetik und angrenzenden Bereichen diskutiert und medienspezifische Analysetechniken, gerade auch im Hinblick auf audiovisuelle Medien wie Film und Video, erprobt. Bemerkung Das Seminar findet voraussichtlich als Präsenzveranstaltung statt mit Anteilen, die online durchgeführt werden. NB: Alle Seminarteilnehmer_innen müssen in der ersten Sitzung anwesend sein. Ein über Agnes zugeteilter Seminarplatz geht bei unentschuldigter Abwesenheit in der ersten Sitzung verloren.
 
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Einführung in das medienwissenschaftliche Arbeiten II

Veranstaltungsnummer: 53511 / Leistungspunkte: 4 / Lehrende/r: Dr. Hannah Wiemer
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Das Seminar führt in die grundlegenden Theorien, Methoden und Arbeitstechniken der Medienwissenschaft ein. Vermittelt werden der Umgang mit fachspezifischen Terminologien, Grundlagen der Medienhistoriografie, Medienarchäologie und weitere medienspezifische Analyseverfahren. Die analytischen Zugänge umfassen u. a. traditionelle Medien (etwa Buch, Teleskop, Kompass), audiovisuelle Medien (etwa Radio, Film, Fernsehen, Video) sowie partizipative Medien (etwa Computerspiele, Internet, mobile Medien). Auf Basis eigener Recherchen (Einzel- oder Gruppenarbeit) erhalten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich der wissenschaftlichen Betrachtung eines ausgewählten Mediums intensiver zu widmen.
 
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Einführung in das medienwissenschaftliche Arbeiten I

Veranstaltungsnummer: 53510 / Leistungspunkte: 4 / Lehrende/r: Prof. Dr. Viktoria Tkaczyk
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Das Seminar führt in die grundlegenden Theorien, Methoden und Arbeitstechniken der Medienwissenschaft ein. Vermittelt werden der Umgang mit fachspezifischen Terminologien, Grundlagen der Medienhistoriografie, Medienarchäologie und weitere medienspezifische Analyseverfahren. Die analytischen Zugänge umfassen u. a. traditionelle Medien (etwa Buch, Teleskop, Kompass), audiovisuelle Medien (etwa Radio, Film, Fernsehen, Video) sowie partizipative Medien (etwa Computerspiele, Internet, mobile Medien). Auf Basis eigener Recherchen (Einzel- oder Gruppenarbeit) erhalten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich der wissenschaftlichen Betrachtung eines ausgewählten Mediums intensiver zu widmen.
 
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Modul II - Medientheorien (10 LP)

Grundlagentexte zur Medientheorie

Veranstaltungsnummer: 53507
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Wolfgang Ernst
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Grundlage dieses Seminars sind Texte, die sich aus Sicht einer techniknahen Medienwissenschaft als maßgeblich für die Theorie von Medien (auch avant la lettre) herauskristallisiert haben. Der Fokus liegt auf Analysen, die zwar in erster Linie geisteswissenschaftlich-diskursiv verfaßt sind, jedoch in der konkreten Kenntnis technologischer Verhältnisse gründen. Zielführend in Lektüre und Diskussion ist die gemeinsame Erarbeitung und kritische Aneignung eines Textkorpus, der das spezifische Orientierungsprofil der Medien(geschichts)theorie an der Humboldt-Universität erkennen läßt. Selbstverständlich lassen sich Medientechniken nicht auf historische Diskurse reduzieren; ihre Anamnese wird sich daher nicht auf Texte allein beschränken, sondern entlockt dem technischen Archiv ebenso Zeichnungen, Diagramme, Formeln, Maschinen. Literatur Claus Pias / Joseph Vogl / Lorenz Engell / Oliver Fahle / Britta Neitzel (Hg.), Kursbuch Medienkultur. Die maßgeblichen Texte von Brecht bis Baudrillard, Stuttgart (DVA) 1999; Albert Kümmel / Petra Löffler (Hg.), Medientheorie 1888-1933. Texte und Kommentare, Frankfurt / M. (Suhrkamp) 2002; Günter Helmes / Werner Köster (Hg.), Texte zur Medientheorie, Stuttgart 2002; Daniela Kloock / Angela Spahr (Hg.), Medientheorien. Eine Einführung, München (UTB / Fink) 1998; The New Media Reader, hg. v. Noah Wardrip Fruin / Nick Monfort, Cambridge, Mass. / London (MIT Press) 2003; Alexander Roesler / Bernd Stiegler (Hg.), Grundbegriffe der Medientheorie, Paderborn (Fink) 2005 Bemerkung Neben regelmäßiger Textlektüre und Teilnahme am Seminar dient die Übernahme eines basistextbezogenen Kurzreferats als Leistungsnachweis. Darüber hinaus kann in Anlehnung an das Seminar die Modulabschlussprüfung in Form einer schriftlichen Hausarbeit erfolgen, als thematische Vertiefung einer der diskutierten Texte, oder zu den Seminarplan vorgeschlagenen Hausarbeitsthemen. Prüfung MAP: Hausarbeit
 
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Modul III - Medienarchäologie vs. Medienhistografie (10 LP)

Theorien und Techniken des Sprechens. Zur Geschichte rehabilitationswissenschaftlicher Sammlungen

Veranstaltungsnummer: 53521
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Dr. Anja Sattelmacher
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Das Seminar setzt sich mit der Geschichte der Rehabilitationswissenschaften und insbesondere der Sprecherziehung auseinander, die zum Ziel hatte ein normkonformes, lautgebendes Sprechen zu trainieren. Wir werden dabei Techniken und Praktiken des Othering wie der mitunter zwangvollen Inklusion (Integration in die Mehrheitsgesellschaft) diskutieren. Es soll erarbeitet werden, inwieweit sich medien- und kulturwissenschaftliche sowie wissenschaftshistorische Theorien und Methoden auf die Geschichte der Rehabilitationswissenschaften anwenden lassen. Ziel ist es, einen Einblick in die Geschichte der Rehabilitationswissenschaften, ihre Techniken und ihre Medien zu schaffen. In verschiedenen Sammlungen haben sich dazu Schriftquellen und Artefakte erhalten, die von der sogenannten "Taub-Stummen-Erziehung" der Aufklärungszeit über die Wiedereingliederungshilfen für Kriegsversehrte nach dem Ersten Weltkrieg bis zu den Entwicklungen der jüngeren Geschichte reichen. Das Seminar wird daher einen starken Akzent auf die Sammlungsforschung legen und sich beispielsweise mit den Sammlungen des Internationalen Archivs für Heilpädagogik, des Archivs für Heilpädagogik der Humboldt-Universität und des Lautarchivs befassen. Bemerkung Die Lehrveranstaltung wird parallel an der Technischen Universität Berlin im Tandem mit Dr. Kerrin Klinger stattfinden. Außerdem sind, wenn möglich, punktuelle Exkursionen zu den Sammlungen geplant. Die Veranstaltung richtet sich an Studierende der Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Technik- und Wissenschaftsgeschichte aller Berliner Universitäten. Prüfung MAP: aktive Teilnahme im Verlauf der Sitzungen sowie Hausarbeit
 
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Modul IV - Mediendramaturgie und Medienästhetik (10 LP)

„Gebt mir Medien, ich bau Euch Welten daraus“ (frei nach Kant) Mediale Handlungs- und Darstellungsmodelle im Horizont digitaler Weltentwürfe

Veranstaltungsnummer: 53500
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: PD Dr. Eleonore Kalisch
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Vom Menschen her gesehen ist der Weltgedanke ein Aufbruch aus begrenzten Gesichtskreisen und unterlegener biologischer Ausstattung, wie der Theologe und Biologe Reimarus bereits im 18. Jahrhundert formuliert hat: „Ein Mensch kann eben daher, weil die Schranken seiner Kräfte, von Natur, unbestimmt sind, in ein offenes freies Feld hineingehen“ und vieles lernen. Der Kern des Weltgedankens besteht in einer befreienden Erkenntnis: die natürliche und gesellschaftliche Außenwelt ist keine Fertigwelt, die zeitlosen Gesetzmäßigkeiten unterliegt und alles menschliche Handeln auf den Zwang der Notwendigkeit ausrichtet. Es gibt nur eine unermessliche Weltkomplexität, die menschlichen Akteuren Musterbildung und Strukturerfassung abverlangt, zugleich aber auch die Möglichkeit einräumt, im Denken und Handeln, im Entwerfen und Gestalten Weltversionen zu erzeugen, zu imaginieren, zu realisieren. Gegenwärtig werden die Weltmodelle der Philosophie, der Künste und Wissenschaften durch Modellwelten ergänzt und überboten, die am Computer konstruiert, simuliert und durchgespielt werden. In avancierten und popkulturellen Gestaltungen und Aktionen, in medialen und performativen Bild-, Erzähl-, Zeig- und Spielwelten entsteht eine Vielfalt von virtuellen und fiktionalen Welten – hierbei gewinnen KI-Welten als Mensch-Maschine-Korrelationen zunehmend an Bedeutung – in utopischer, heuristischer oder auch in dystopischer Perspektive. Anhand von Modellfällen sollen die Teil-Ganzes-Beziehungen, die Wege und Alternativen erkundet werden, wie aus konkreten Situations- und Vorgangsbeschreibungen und –gestaltungen ästhetisch-kulturelle Weltversionen werden können. Als Modellfälle sind neben dem Filmklassiker „Truman Show“ aktuelle Filmversionen vorgesehen, TV-Serien wie Wayward Pines, True Detective, Real Humans, Weltversionen in Computerspielen wie Silent Hill, Max Payne II u. a. Schwerpunkte der Modellanalysen lassen sich durch folgende Fragen umreißen: Worin unterscheiden sich mediale Weltversionen? Wie verhalten sie sich zur harten Realität der Zwänge und Widerstände? Haben KI-Aktanten eine Welt? Kann Ihnen eine Mensch-Maschine-Symbiose zu einer Welt verhelfen? Wie kann eine KI-Welt beschaffen sein? Bemerkung Leistungsnachweise/Teilnahmeschein: Protokoll Prüfung MAP: Hausarbeit
 
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Modul V - Digitale Medien (10 LP)

-- Keine Lehrveranstaltung in diesem Semester --

 

Modul VI - Projektmodul (10 LP)

Zeitbasierte Audiomanipulation

Veranstaltungsnummer: 53531
Leistungspunkte: 5
Lehrende/r: Martin M. Meier
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Die Verzögerung und Zwischenspeicherung von Klangereignissen spielt eine entscheidende Rolle in jeder Manipulation von Audiomaterial. Von Filtern, über Feedbackschleifen und Granularsynthese bis hin zu echobasierten Effekten wie Delay, Chorus, Flanger, Phaser und Reverb. Im Praxisseminar werden wir versuchen, mit Hilfe der Software Reaktor von Native Instruments solche Klangmanipulatoren herzustellen und in der Folge die erworbenen Kenntnisse im Analogstudio an Hardwaregeräten erproben. Das Seminar wendet sich an Studierende der Medienwissenschaft, BA und MA.
 
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Medientechnisches Praktikum

Veranstaltungsnummer: 53537
Leistungspunkte: 5
Lehrende/r: Ingolf Haedicke
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Fernab des regulären Arbeitsalltags eines Studierenden der Musik – und Medienwissenschaft, bietet diese Projektarbeit die Möglichkeit, praktisch an medientechnischen Geräten oder elektronischen Musikinstrumenten zu forschen. Unter Anleitung werden Teilnehmer selbst zu Lötkolben und Schraubendreher greifen, um beispielsweise Morse-Apparate, elektronische Musikinstrumente (Theremin, Onde Martenot, Trautonium), Plattenspieler, Lautsprecher, drahtgebundene oder drahtlose Sende- und Empfangsgeräte, Tonabnehmer (pick ups), oder Fotoapparate zu bauen. Dabei ist dieses Praktikum eine einzigartige Möglichkeit, neue Sichtweisen und Fragestellungen zu medientheoretischen Studien, wie sie vor allem im Zusammenhang mit dem medienarchäologischen Fundus betrieben werden, zu entwickeln. Schwerpunkte sind: Schwingkreis (Funk), Resonatoren, Fotografie 
Ebenso bietet dieses Praktikum die Möglichkeit, Demonstrationsmodelle für Referate zu speziellen Seminaren der Musik- und Medienwissenschaft anzufertigen. So nebenbei werden die notwendigen Grundlagen der Akustik und Elektronik vermittelt, bei Bedarf auch über die vorgegebene Praktikumszeit hinaus.
Die Erfahrung lehrt, daß das erworbene Schulwissen nach einigen Jahren nur bruchstückhaft vorhanden und abrufbar ist. Erst wenn ein medientechnisches Gerät selbst angefertigt worden ist, wird die Funktionsweise desselben so schnell nicht vergessen und überhaupt erst verstanden. Gerade in der heutigen Zeit, wo bereits das bloße Bedienen können komplizierter Geräte und apps als „intellektuelle Leistung“ verstanden wird, sind ein paar Grundlagenkenntnisse wichtiger denn je. Elektrotechnische Vorkenntnisse sind nicht von Nöten. Eine Teilnahme kann sowohl regelmäßig, als auch sporadisch projektgebunden erfolgen und ist je nach Zeit der Studierenden auch an anderen Tagen und Stunden möglich. Der Teilnahmewunsch wird schriftlich per E-Mail an gestellt. dann erhalten Sie weitere Informationen u.a. zum Ort.
 
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Konzept Medientheater

Veranstaltungsnummer: 53530
Leistungspunkte: 5
Lehrende/r: Dr. Florian Leitner
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Hybridveranstaltung (Präsenz und Digital)
 
Das Medientheater am Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft ist ein Labor für medienkünstlerische Performances, die u.a. von Studierenden in Projektseminaren entwickelt werden. Nachdem in den zurückliegenden Semestern die Medientheater-Seminare in den virtuellen Raum verlegt werden mussten, ist damit zu rechnen, dass im Winter 21/22 wieder Treffen vor Ort im Medientheater möglich sein werden; ggf. können im Sinne einer Blended-Learning-Veranstaltung auch Treffen in den virtuellen Raum verlegt werden. Dabei wollen wir uns die Frage stellen, welche Möglichkeiten es gibt, in einem Theater Medien zum Thema zu machen. Hiervon ausgehend entwickeln die Teilnehmer_innen eigene medienkünstlerische Formate und Projekte, die im Medientheater präsentiert werden. Bemerkung NB: Die Teilnehmer_innen müssen ausreichend Zeit für die eigenständige Projektarbeit — ca. einen Arbeitstag pro Woche — einplanen! Es wird ihnen daher empfohlen, auch das begleitende Tutorium "Technik im Medientheater" (Malte Schulze, Di 14-16h, direkt vor diesem Projektseminar) zu besuchen. Das Tutorium bietet ein Forum, um sich für die vertiefte Arbeit an den Projekten zu vernetzen, sowie technische Hilfestellung bei der Realisierung der Projekte.
 
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Modul VII - Wissen über Medien (ÜWP Modul) (10 LP)

-- Keine Lehrveranstaltung in diesem Semester --

 

Modul VIII - Medien des Wissens (ÜWP Modul) (10 LP)

-- Keine Lehrveranstaltung in diesem Semester --

 

Modul IX - Medienwissenschaft in der Praxis (ÜWP Modul) (10 LP)

-- Keine Lehrveranstaltung in diesem Semester --

 

Modul X - Campus Radio - Programm und Produktion (ÜWP Modul) (5 LP)

-- Keine Lehrveranstaltung in diesem Semester --

 

 

Master Studiengang

Modul I - Medientheorien (10 LP)

Medienphänomenologie vs. Techniknahe Medienanalyse

Veranstaltungsnummer: 53506
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Wolfgang Ernst
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Auf den ersten Blick scheinen subjektzentrierte Medienphänomenologie und techniknahe Medienarchäologie miteinander unversöhnlich. Dieses Seminar sucht den Brückenschlag, indem anthropzentrische Medienwahrnehmung, -wirkung und -affekte mit ihrer konkreten technischen BeDINGung konfrontiert werden. So kommt es zur technologischen "Erdung" von Phänomenologie schon in der Rolle ihrer physio- und neurologischen Messmedien, und der Zauber audiovisueller und computerbasierter Medien gründet in konkreten technischen und schaltungslogischen "Individuen" (Simondon). Dieser Ansatz sieht gerade nicht, wie die phänomenologischen Momentaufnahmen, medienasketisch als epoché (Husserl) von den technischen Verhältnissen ab, sondern spitzt sie - gleichsam als medienarchäologische Übung - auf die Szenarien technisch induzierter, sinnesnaher Kopplungen von Perzeption und Apparat zu. Dieser harten Mensch-Technik-Kopplung (Völz) entspringen nicht nur "Phänomenotechniken" (Bachelard), sondern auch Erkenntnisfunken (im Sinne von Helmholtz). Literatur: Vilém Flusser, Dinge und Undinge. Phänomenologische Skizzen, München / Wien (Carl Hanser) 1993; Boris Groys, Unter Verdacht. Eine Phänomenologie der Medien, München (Hanser) 2000; Mark B. N. Hansen, New Philosophy of New Media, Cambridge, Mass. (MIT Press) 2004; Friedrich Kittler, Baggersee. Frühe Schriften aus dem Nachlass, hg. v. Tania Hron / Sandrina Khaled, Paderborn (Fink) 2015; Alexander Schnell, Das Problem der Zeit bei Husserl. Eine Untersuchung über die husserlschen Zeitdiagramme, in: Husserl Studies 18 (2002), 89-122; Thorsten Lorenz, Das Zittern des Körpers. Medien als Zeitmaschinen der Sinne, in: Gerhard Chr. Bukow / Johannes Fromme / Benjamin Jörissen (Hg.), Raum, Zeit, Medienbildung. Untersuchungen zu medialen Veränderungen unseres Verhältnisses zu Raum und Zeit, Wiesbaden (Springer) 2012, 23-45 Bemerkung: Nach einführenden und auffrischenden Referaten in die gemeinsame Lektüre einschlägiger medienphänomenologischer Basistexte (unter Moodle) erfolgt in der Seminardiskussion die Kontrastanalyse von Medienwirkung mit ihren technischen Bedingungen. MAP: Hausarbeit
 
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TECHNOLÓGOS. Für eine andere Lesart technischer Vernunft am Beispiel der “Digitalisierung”

Veranstaltungsnummer: 53505
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Wolfgang Ernst
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Vorlesung / Veranstaltungsart: Hybridveranstaltung (Präsenz und Digital)
 
Adjektive wie "digital" und das ubiquitäre Schlagwort "Digitalisierung" scheinen so selbstverständlich, dass sie im Diskurs der Medienkultur kaum noch infrage gestellt werden. Demgegenüber gehört zu den vornehmsten Aufgaben von Medientheorie - zumal in Hegels Haus - die techniknahe "Arbeit am Begriff". Im Unterschied zur rein technikphilosophischen Reflexion widmet sich radikal medienarchäologische Analyse zugleich den technischen Dingen (Hardware) und "Undingen" (Software, mit Vilém Flusser) und macht sie damit überhaupt erst analytisch fassbar. Den Leitfaden dieser Vorlesung bildet entlang des konkreten Untersuchungsgegenstandes - der sogenannten "Digitalisierung" - die Technológos-Hypothese, der zufolge den techno-logischen Gefügen in Anlehnung an eine Begriffsform der Naturwissenschaften ein "Eigenwissen" respektive Eigenwesen zukommt. Doch erst im operativen Vollzug der Verwicklungen der symbolischen Codes mit maschinaler MateRealität entbirgt sich diese ganz andere Eigenlogik, als "Logos" im umfassenden Sinne. Laut Wikipedia wird dieser altgriechische Begriff "unspezifisch im Sinne von 'Wort' und 'Rede' sowie deren Gehalt ('Sinn') gebraucht, bezeichnet aber auch das geistige Vermögen und was dieses hervorbringt (wie 'Vernunft'), ferner ein allgemeineres Prinzip einer Weltvernunft oder eines Gesamtsinns der Wirklichkeit." Dieses "außerordentlich weite Bedeutungsspektrum" (ebd., Stand 5. Juli 2021) aus seiner Umklammerung durch Wikipedia zu befreien und im Sinne von Medienwissenschaft als media science techno-logisch zu "erden" ist das Anliegen der kommenden Vorlesung. Im Sinne der Konsistenz mit dem Seminarangebot im Modul "Medientheorien" werden dabei phänomenologische und diskursive Effekte der "Digitalisierung" mit ihrer technischen Wirklichkeit abgeglichen. Literatur: Rainer Eckl / Leonhard Pütgens / Jürgen Walter, A-D- und D-A-Wandler. Grundlagen, Prinzipienschaltungen und Applikationen, 2., verb. Aufl. München (Franzis) 1990; Martin Heidegger, Die Frage nach der Technik, in: ders., Reden und Aufsätze, 2. Aufl. Tübingen (Neske) 1959, 13-44; ders., Überlieferte Sprache und technische Sprache, St. Gallen (Erker) 1989; Vilém Flusser, Dinge und Undinge. Phänomenologische Skizzen, München / Wien (Carl Hanser) 1993; Moritz Hiller / Stefan Höltgen (Hg.), Archäographien. Aspekte einer Radikalen Medienarchäologie, Berlin (Schwabe Verlag) 2019; W. E., Technológos in Being. Radical Media Archaeology and the Computational Machine, New York et al. (Bloomsbury Academic) 2021 (Reihe Thinking Media)
 
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Modul II - Medienhistoriografie vs. Medienarchäologie (10 LP)

Bestens des-/informiert. Akteure öffentlicher Meinungsbildung und ihre Gegenspieler

Veranstaltungsnummer: 53522
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Dr. Anja Sattelmacher
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Nicht erst mit der Wahl Donald Trumps sind die Mechanismen der öffentlichen Darstellung von Fakten ins Wanken geraten. Ob Klimawandel, Corona-Krise oder Gefahren des Rauchens, in den letzten 50 Jahren hat es zahlreiche große und kleinere Kampagnen gezielter Des-information gegeben, die sich immer sehr ähnlicher Methoden bedienen. Im Seminar sollen anhand zahlreicher Beispiele die Mechanismen untersucht werden, anhand derer Informationen über wissenschaftliche Fakten gezielt verzerrt dargestellt werden. Warum funktionieren sie immer wieder aufs Neue? Was ist mit falscher Balance gemeint und was ist eine Strohmann-Debatte? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, wird einerseits die Geschichte des Wissenschaftsjournalismus sowie des Wissenschaftsmarketings im 20. Jahrhunderts näher untersucht und andererseits anhand aktueller Debatten und Kampagnen geschaut, wie die Mechanismen der öffentlichen Aufklärung immer wieder in Schieflage geraten. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft, längere Texte, auch Buchkapitel, in englischer Sprache zu lesen und (auf Deutsch) zusammenfassen zu können. Erwartet wird außerdem eine regelmäßige aktive Teilnahme am Seminar sowie eine Hausarbeit zur Erlangung der MAP. MAP: aktive Teilnahme im Verlauf der Sitzungen sowie Hausarbeit.
 
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Hand und Geist

Veranstaltungsnummer: 53512
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Christine von Oertzen
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Das Seminar eröffnet eine medien- und wissenschaftshistorische Perspektive auf aktuelle Debatten über „hand-held devices“ und deren möglichen Einfluss auf die kognitive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. „Hand-held media“ verschiedener Epochen – von Rassel, Stift, Nadel, Hacke und Hammer bis zu Geige und Smartphone – dienen dazu, Theorien und mediale Praktiken des Be-greifens, d.h. der händischen Formung von Geist, Moral und Verstand in einer Bandbreite von Wissensfeldern und Kulturen historisch zu kontextualisieren. MAP: Hausarbeit
 
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Wissen und seine Ressourcen: Historische Reziprozitäten (Vertiefungsseminar zur Vorlesung 53501)

Veranstaltungsnummer: 53501
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Viktoria Tkaczyk
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Ergänzend zur Vorlesung “Wissen und seine Ressourcen: Historische Reziprozitäten“ (53501) findet ein Vertiefungsseminar für Studierende der Medienwissenschaft statt. Das Seminar bietet Gelegenheit zur ergänzenden Textlektüre und eingehenden Diskussion der in der interdisziplinären Vorlesung behandelten Themen und Gegenstände – unter besonderer Berücksichtigung aktueller medienwissenschaftlicher Fragestellungen. MAP: Hausarbeit
 
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Modul III - Politiken des Medialen (10 LP)

Medienkonzeptionen: Aus den Laboren der Geisteswissenschaften

Veranstaltungsnummer: 53512
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Viktoria Tkaczyk
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Spätestens seit Friedrich Kittlers programmatischer Rede von der „Austreibung des Geistes aus den Geisteswissenschaften“ ist klar, dass Geisteswissenschaftler*innen nicht im luftleeren Raum agieren. Ihr Denken und Arbeiten ist geprägt von den Forschungstechnologien und medialen Infrastrukturen, die sie umgeben: Grammophon, Film und Typewriter, Rundfunk, Fernsehen, Computer und Internet haben sich nachhaltig und auf jeweils eigene Weise in geisteswissenschaftliche Diskurse eingeschrieben. Aber welchen Einfluss nahmen und nehmen Geisteswissenschaftler*innen umgekehrt auf die zentralen Medientechnologien des 20. und 21. Jahrhunderts? Dieser Frage geht das Masterseminar nach. Wir verfolgen, wie und wo Geisteswissenschaftler*innen konkret an der Konzeption medialer Technologien und Formate beteiligt waren. Wo setzten sie Impulse, wo wurden sie zur kritischen Instanz neuer Medien? Und wie lässt sich hier der Trend der zahlreichen jüngst etablierten Denkfabriken und Labore von und für Geisteswissenschaftler*innen einordnen? Das Seminar ist als Forschungsseminar angelegt. Neben der Lektüre einschlägiger medienhistorischer und medienarchäologischer Studien befassen wir uns mit Archivmaterialen aus den Konzeptionsphasen ausgewählter Medientechnologien.
 
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Begleitseminar zur Ringvorlesung – Die Rohstoffe der Medien: Globale Material-, Wissens- und Techniktransfers

Veranstaltungsnummer: 53502
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Christine von Oertzen, Prof. Dr. Viktoria Tkaczyk
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Ergänzend zur Ringvorlesung „Die Rohstoffe der Medien: Globale Material-, Wissens- und Techniktransfers “ findet ein digitales Vertiefungsseminar statt. Dieses bietet Gelegenheit zur ergänzenden Textlektüre und eingehenden Diskussion mit jeder*m unserer Gastredner*innen. Bemerkung: Das Seminar wird als digitale und zeitgebundene Lehrveranstaltung angeboten.
 
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Politiken der Farben

Veranstaltungsnummer: 532810
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: n.n.
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Vorlesung / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Die Ringvorlesung untersucht das Politisch-Werden bestimmter Farben. Auch wenn »Politiken der Farben« umständlicher klingt als das englische Pendant »Politics of Color«, ist der Titel doch aus mehreren Gründen so gewählt. Erstens soll damit einer Verunsicherung und falschen Erwartungshaltung in Bezug auf gegenwärtige politische Debatten vorgebeugt werden. Auch wenn in der Vorlesung mitunter auch konkrete politische Instrumentalisierungen von Farben z.B. in der Form von Fremd- oder Selbstzuschreibungen reflektiert werden, dient die kritische Analyse gegenwärtiger Farbsemiotiken eher als Horizont und Fluchtpunkt historischer Rekonstruktionen. Die Vorlesung möchte damit zweitens beleuchten, wie Farben überhaupt in gesellschaftlich-politischen Dimensionen symbolisch wirksam geworden sind. Dass dem so ist, soll also einer politischen Geschichte der Farben vorausgesetzt werden, sondern im Zentrum ihrer kulturgeschichtlichen und -theoretischen Problematisierung stehen. Wie Farben politisch geworden sind, meint damit: In welchen kulturellen Kontexten wurden farbliche Aspekte politisiert? Inwiefern stellen Farben einen Projektionsraum oder eine Inskriptionsfläche für politische Kommunikation und politisches Handeln dar? In welcher historischen Tiefendimension steht die Politisierung bestimmter Farben? In welchem Verhältnis stehen die Prozesse der Politisierung zur Wissens- und Wissenschaftsgeschichte der Farben, z.B. der Ästhetik, der Physiologie und Psychologie, der Evolutionsbiologie etc. Und schließlich: Wie entwickeln sich aus der politischen Semiotik der Farben heraus bestimmte kulturelle (Denk-)Muster der Alarmierung, des Aufrufs, der Reinheit, der Beruhigung usf. Drittens verfolgt die Vorlesung damit die These, dass das Politische und die Farben in einem ›co-evolutiven‹ Verhältnis zueinander stehen, deren Geschichte mit der Vorlesung entfaltet werden soll. Eine kulturwissenschaftliche Geschichte der Farben ohne ihre politische Inszenierung und Funktionalisierung ist damit ebenso wenig sinnvoll erzählbar, wie eine politische Geschichte ohne ihre visuelle Dimension.
 
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Modul IV - Mediendramaturgie und Medienästhetik (10 LP)

Bestens des-/informiert. Akteure öffentlicher Meinungsbildung und ihre Gegenspieler

Veranstaltungsnummer: 53522
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Dr. Anja Sattelmacher
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Nicht erst mit der Wahl Donald Trumps sind die Mechanismen der öffentlichen Darstellung von Fakten ins Wanken geraten. Ob Klimawandel, Corona-Krise oder Gefahren des Rauchens, in den letzten 50 Jahren hat es zahlreiche große und kleinere Kampagnen gezielter Des-information gegeben, die sich immer sehr ähnlicher Methoden bedienen. Im Seminar sollen anhand zahlreicher Beispiele die Mechanismen untersucht werden, anhand derer Informationen über wissenschaftliche Fakten gezielt verzerrt dargestellt werden. Warum funktionieren sie immer wieder aufs Neue? Was ist mit falscher Balance gemeint und was ist eine Strohmann-Debatte? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, wird einerseits die Geschichte des Wissenschaftsjournalismus sowie des Wissenschaftsmarketings im 20. Jahrhunderts näher untersucht und andererseits anhand aktueller Debatten und Kampagnen geschaut, wie die Mechanismen der öffentlichen Aufklärung immer wieder in Schieflage geraten. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft, längere Texte, auch Buchkapitel, in englischer Sprache zu lesen und (auf Deutsch) zusammenfassen zu können. Erwartet wird außerdem eine regelmäßige aktive Teilnahme am Seminar sowie eine Hausarbeit zur Erlangung der MAP. MAP: aktive Teilnahme im Verlauf der Sitzungen sowie Hausarbeit.
 
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„Hello, world!“ – Code Literacy zwischen Hermeneutik und execution

Veranstaltungsnummer: 53526
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Dr. Dr. Stefan Höltgen
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Das Software-Archiv hat in über 170 Jahren eine immense Menge an Wissen über Maschinen, Al­gorithmen und Codierungsstrategien angesammelt und bietet damit den Geistes- und Kulturwissens­chaften damit Einblicke in eine bislang weitgehend unerschlossene kulturelle Sphäre. Computerphil­ologie versucht mittels linguistischer und informatischer Methoden die Codes dieses Archivs für Menschen lesbar und maschinelle Code-Leseprozesse nachvollziehbar zu machen. Im Seminar sol­len nach einer theoretischen Einführung in die Methoden des Code Reading und der Computerphilo­logie Beispielcodes ausgewählter Programmiersprachen lesend erarbeitet werden. Dabei sollen die Lektüreergebnisse (menschlicher) hermeneutischer Prozesse mit den Ausführungs­ergebnissen ope­rativer Systeme parallelisiert, verglichen und kontrastiert werden. Auf diese Weise sollen die Kurs­teilnehmer:innen für die Unterschiede beider Lektüreverfahren sensibilisiert werden. Neben grund­sätzlichen Spracheigenschaften werden dann spezifische Programmierstile, die als Hin­weis auf Au­torschaft, Entstehungszeit oder Rezeptionsprozesse gesehen werden können, erarbeitet. Der deduktive Zugang zu Programmiersprachen und den in ihnen formulierten Programmen – aus­gehend von einfachen „Hello, world!“-Programmen bis hin zu komplexeren Softwareartefakten – ermöglicht die Teilnahme ohne vorherige Programmierkenntnisse; vielmehr können sich solche durch die Code­lektüre, die dabei sensibel für sowohl unterschiedliche Sprachkalküle wie auch -pa­radigmen wird, entwickeln. Teilnahmebedingung: Übernahme eines (Gruppen)Referates Leistungsbedingungen: Hausarbeit zu einem theoretischen Thema oder Projektarbeit mit einer Code-Lektüre. Sämtliche Materialen werden vom Dozenten in einem Moodle-Kurs zur Verfügung gestellt. MAP: Hausarbeit
 
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Modul V - Digitale Medien (10 LP)

„Hello, world!“ – Code Literacy zwischen Hermeneutik und execution

Veranstaltungsnummer: 53526
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Dr. Dr. Stefan Höltgen
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Das Software-Archiv hat in über 170 Jahren eine immense Menge an Wissen über Maschinen, Al­gorithmen und Codierungsstrategien angesammelt und bietet damit den Geistes- und Kulturwissens­chaften damit Einblicke in eine bislang weitgehend unerschlossene kulturelle Sphäre. Computerphil­ologie versucht mittels linguistischer und informatischer Methoden die Codes dieses Archivs für Menschen lesbar und maschinelle Code-Leseprozesse nachvollziehbar zu machen. Im Seminar sol­len nach einer theoretischen Einführung in die Methoden des Code Reading und der Computerphilo­logie Beispielcodes ausgewählter Programmiersprachen lesend erarbeitet werden. Dabei sollen die Lektüreergebnisse (menschlicher) hermeneutischer Prozesse mit den Ausführungs­ergebnissen ope­rativer Systeme parallelisiert, verglichen und kontrastiert werden. Auf diese Weise sollen die Kurs­teilnehmer:innen für die Unterschiede beider Lektüreverfahren sensibilisiert werden. Neben grund­sätzlichen Spracheigenschaften werden dann spezifische Programmierstile, die als Hin­weis auf Au­torschaft, Entstehungszeit oder Rezeptionsprozesse gesehen werden können, erarbeitet. Der deduktive Zugang zu Programmiersprachen und den in ihnen formulierten Programmen – aus­gehend von einfachen „Hello, world!“-Programmen bis hin zu komplexeren Softwareartefakten – ermöglicht die Teilnahme ohne vorherige Programmierkenntnisse; vielmehr können sich solche durch die Code­lektüre, die dabei sensibel für sowohl unterschiedliche Sprachkalküle wie auch -pa­radigmen wird, entwickeln. Teilnahmebedingung: Übernahme eines (Gruppen)Referates Leistungsbedingungen: Hausarbeit zu einem theoretischen Thema oder Projektarbeit mit einer Code-Lektüre. Sämtliche Materialen werden vom Dozenten in einem Moodle-Kurs zur Verfügung gestellt. MAP: Hausarbeit
 
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Utopien des Digitalen

Veranstaltungsnummer: 53519
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: PD Dr. Stefan Münker
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Die Digitalisierung ist ein technischer Prozess und ein kulturhistorisches Phänomen. Parallel zum technischen Prozess der Digitalisierung sind eine Vielzahl visionärer Ideen und utopischer Visionen entstanden, deren Geschichte das Seminar nachzeichnen will. MAP: Hausarbeit
 
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Cyber-Marx? Nick Dyer-Witheford lesen!

Veranstaltungsnummer: 53515
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Shintaro Miyazaki
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Dass Digitalisierung negative Effekte zeitigt, wurde nicht nur durch die Covid-19-Pandemie merklich, sondern spätestens durch das gleichzeitige Auf­kommen der GAFAM-Konzerne (Google, Amazon, Facebook, Apple, Microsoft) und globaler, rechts­konservativer Ten­denzen seit 2015/2016 symptomatisch. Der kanadische Medien­wissen­schaftler Nick Dyer-Witheford bot bereits in seiner 1999 erschienenen Mono­graphie „Cyber-Marx: Cycles and Circuits of Struggle in High-Techno­logy Capitalism“ Ansätze zur Erklärung und Kontext­ualisierung dieser Tendenzen an. Die ins­gesamt neun Kapitel behandeln die Verschränk­ung von Arbeit, Kapital, Techno­logien, Medien und Information auf unter­schiedlichster Art und bieten einen guten Über­blick über die wichtigsten marxistischen Strömungen seit Marx, die für eine kritische und materia­listisch-archäologisch operierende Medienwissen­schaft einschlägig, relevant und kritisch wären. Während wir den „Cyber-Marx“ Kapitel für Kapitel lesen, besprechen, kritisieren und kommentieren, soll die Lektüre darüber hinaus durch weitere medienwissen­schaftliche (Friedrich Kittler, Jens Schröter, McKenzie Wark, Wendy Chun) und marxistische (Michael Heinrich) Positionen erweitert und/oder aktualisiert werden. Literatur: Nick Dyer-Witheford, Cyber-Marx: Cycles and Circuits of Struggle in High-Technology Capitalism, 1999 (PDF wird zur Verfügung gestellt). Teilnahmebedingung: Regelmäßige Lektüre, Wortmeldungen, lautes Vorlesen, Erstellung eines Sitzungsprotokolls. MAP: Hausarbeit
 
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Modul VI - Vertiefung Medienepistemologie, -archäologie und -historiografie (10 LP)

Bestens des-/informiert. Akteure öffentlicher Meinungsbildung und ihre Gegenspieler

Veranstaltungsnummer: 53522
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Dr. Anja Sattelmacher
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Nicht erst mit der Wahl Donald Trumps sind die Mechanismen der öffentlichen Darstellung von Fakten ins Wanken geraten. Ob Klimawandel, Corona-Krise oder Gefahren des Rauchens, in den letzten 50 Jahren hat es zahlreiche große und kleinere Kampagnen gezielter Des-information gegeben, die sich immer sehr ähnlicher Methoden bedienen. Im Seminar sollen anhand zahlreicher Beispiele die Mechanismen untersucht werden, anhand derer Informationen über wissenschaftliche Fakten gezielt verzerrt dargestellt werden. Warum funktionieren sie immer wieder aufs Neue? Was ist mit falscher Balance gemeint und was ist eine Strohmann-Debatte? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, wird einerseits die Geschichte des Wissenschaftsjournalismus sowie des Wissenschaftsmarketings im 20. Jahrhunderts näher untersucht und andererseits anhand aktueller Debatten und Kampagnen geschaut, wie die Mechanismen der öffentlichen Aufklärung immer wieder in Schieflage geraten. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft, längere Texte, auch Buchkapitel, in englischer Sprache zu lesen und (auf Deutsch) zusammenfassen zu können. Erwartet wird außerdem eine regelmäßige aktive Teilnahme am Seminar sowie eine Hausarbeit zur Erlangung der MAP. MAP: aktive Teilnahme im Verlauf der Sitzungen sowie Hausarbeit.
 
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Hand und Geist

Veranstaltungsnummer: 53512
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Christine von Oertzen
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Das Seminar eröffnet eine medien- und wissenschaftshistorische Perspektive auf aktuelle Debatten über „hand-held devices“ und deren möglichen Einfluss auf die kognitive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. „Hand-held media“ verschiedener Epochen – von Rassel, Stift, Nadel, Hacke und Hammer bis zu Geige und Smartphone – dienen dazu, Theorien und mediale Praktiken des Be-greifens, d.h. der händischen Formung von Geist, Moral und Verstand in einer Bandbreite von Wissensfeldern und Kulturen historisch zu kontextualisieren. MAP: Hausarbeit
 
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Medienphänomenologie vs. Techniknahe Medienanalyse

Veranstaltungsnummer: 53506
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Wolfgang Ernst
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Auf den ersten Blick scheinen subjektzentrierte Medienphänomenologie und techniknahe Medienarchäologie miteinander unversöhnlich. Dieses Seminar sucht den Brückenschlag, indem anthropzentrische Medienwahrnehmung, -wirkung und -affekte mit ihrer konkreten technischen BeDINGung konfrontiert werden. So kommt es zur technologischen "Erdung" von Phänomenologie schon in der Rolle ihrer physio- und neurologischen Messmedien, und der Zauber audiovisueller und computerbasierter Medien gründet in konkreten technischen und schaltungslogischen "Individuen" (Simondon). Dieser Ansatz sieht gerade nicht, wie die phänomenologischen Momentaufnahmen, medienasketisch als epoché (Husserl) von den technischen Verhältnissen ab, sondern spitzt sie - gleichsam als medienarchäologische Übung - auf die Szenarien technisch induzierter, sinnesnaher Kopplungen von Perzeption und Apparat zu. Dieser harten Mensch-Technik-Kopplung (Völz) entspringen nicht nur "Phänomenotechniken" (Bachelard), sondern auch Erkenntnisfunken (im Sinne von Helmholtz). Literatur: Vilém Flusser, Dinge und Undinge. Phänomenologische Skizzen, München / Wien (Carl Hanser) 1993; Boris Groys, Unter Verdacht. Eine Phänomenologie der Medien, München (Hanser) 2000; Mark B. N. Hansen, New Philosophy of New Media, Cambridge, Mass. (MIT Press) 2004; Friedrich Kittler, Baggersee. Frühe Schriften aus dem Nachlass, hg. v. Tania Hron / Sandrina Khaled, Paderborn (Fink) 2015; Alexander Schnell, Das Problem der Zeit bei Husserl. Eine Untersuchung über die husserlschen Zeitdiagramme, in: Husserl Studies 18 (2002), 89-122; Thorsten Lorenz, Das Zittern des Körpers. Medien als Zeitmaschinen der Sinne, in: Gerhard Chr. Bukow / Johannes Fromme / Benjamin Jörissen (Hg.), Raum, Zeit, Medienbildung. Untersuchungen zu medialen Veränderungen unseres Verhältnisses zu Raum und Zeit, Wiesbaden (Springer) 2012, 23-45 Bemerkung: Nach einführenden und auffrischenden Referaten in die gemeinsame Lektüre einschlägiger medienphänomenologischer Basistexte (unter Moodle) erfolgt in der Seminardiskussion die Kontrastanalyse von Medienwirkung mit ihren technischen Bedingungen. MAP: Hausarbeit
 
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TECHNOLÓGOS. Für eine andere Lesart technischer Vernunft am Beispiel der “Digitalisierung”

Veranstaltungsnummer: 53505
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Wolfgang Ernst
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Vorlesung / Veranstaltungsart: Hybridveranstaltung (Präsenz und Digital)
 
Adjektive wie "digital" und das ubiquitäre Schlagwort "Digitalisierung" scheinen so selbstverständlich, dass sie im Diskurs der Medienkultur kaum noch infrage gestellt werden. Demgegenüber gehört zu den vornehmsten Aufgaben von Medientheorie - zumal in Hegels Haus - die techniknahe "Arbeit am Begriff". Im Unterschied zur rein technikphilosophischen Reflexion widmet sich radikal medienarchäologische Analyse zugleich den technischen Dingen (Hardware) und "Undingen" (Software, mit Vilém Flusser) und macht sie damit überhaupt erst analytisch fassbar. Den Leitfaden dieser Vorlesung bildet entlang des konkreten Untersuchungsgegenstandes - der sogenannten "Digitalisierung" - die Technológos-Hypothese, der zufolge den techno-logischen Gefügen in Anlehnung an eine Begriffsform der Naturwissenschaften ein "Eigenwissen" respektive Eigenwesen zukommt. Doch erst im operativen Vollzug der Verwicklungen der symbolischen Codes mit maschinaler MateRealität entbirgt sich diese ganz andere Eigenlogik, als "Logos" im umfassenden Sinne. Laut Wikipedia wird dieser altgriechische Begriff "unspezifisch im Sinne von 'Wort' und 'Rede' sowie deren Gehalt ('Sinn') gebraucht, bezeichnet aber auch das geistige Vermögen und was dieses hervorbringt (wie 'Vernunft'), ferner ein allgemeineres Prinzip einer Weltvernunft oder eines Gesamtsinns der Wirklichkeit." Dieses "außerordentlich weite Bedeutungsspektrum" (ebd., Stand 5. Juli 2021) aus seiner Umklammerung durch Wikipedia zu befreien und im Sinne von Medienwissenschaft als media science techno-logisch zu "erden" ist das Anliegen der kommenden Vorlesung. Im Sinne der Konsistenz mit dem Seminarangebot im Modul "Medientheorien" werden dabei phänomenologische und diskursive Effekte der "Digitalisierung" mit ihrer technischen Wirklichkeit abgeglichen. Literatur: Rainer Eckl / Leonhard Pütgens / Jürgen Walter, A-D- und D-A-Wandler. Grundlagen, Prinzipienschaltungen und Applikationen, 2., verb. Aufl. München (Franzis) 1990; Martin Heidegger, Die Frage nach der Technik, in: ders., Reden und Aufsätze, 2. Aufl. Tübingen (Neske) 1959, 13-44; ders., Überlieferte Sprache und technische Sprache, St. Gallen (Erker) 1989; Vilém Flusser, Dinge und Undinge. Phänomenologische Skizzen, München / Wien (Carl Hanser) 1993; Moritz Hiller / Stefan Höltgen (Hg.), Archäographien. Aspekte einer Radikalen Medienarchäologie, Berlin (Schwabe Verlag) 2019; W. E., Technológos in Being. Radical Media Archaeology and the Computational Machine, New York et al. (Bloomsbury Academic) 2021 (Reihe Thinking Media)
 
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Wissen und seine Ressourcen: Historische Reziprozitäten (Vertiefungsseminar zur Vorlesung 53501)

Veranstaltungsnummer: 53501
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Viktoria Tkaczyk
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Ergänzend zur Vorlesung “Wissen und seine Ressourcen: Historische Reziprozitäten“ (53501) findet ein Vertiefungsseminar für Studierende der Medienwissenschaft statt. Das Seminar bietet Gelegenheit zur ergänzenden Textlektüre und eingehenden Diskussion der in der interdisziplinären Vorlesung behandelten Themen und Gegenstände – unter besonderer Berücksichtigung aktueller medienwissenschaftlicher Fragestellungen. MAP: Hausarbeit
 
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Modul VII - Vertiefung Angewandte Medienwissenschaft (Digitale Medien, Mediendramaturgie) (10 LP)

„Hello, world!“ – Code Literacy zwischen Hermeneutik und execution

Veranstaltungsnummer: 53526
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Dr. Dr. Stefan Höltgen
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Das Software-Archiv hat in über 170 Jahren eine immense Menge an Wissen über Maschinen, Al­gorithmen und Codierungsstrategien angesammelt und bietet damit den Geistes- und Kulturwissens­chaften damit Einblicke in eine bislang weitgehend unerschlossene kulturelle Sphäre. Computerphil­ologie versucht mittels linguistischer und informatischer Methoden die Codes dieses Archivs für Menschen lesbar und maschinelle Code-Leseprozesse nachvollziehbar zu machen. Im Seminar sol­len nach einer theoretischen Einführung in die Methoden des Code Reading und der Computerphilo­logie Beispielcodes ausgewählter Programmiersprachen lesend erarbeitet werden. Dabei sollen die Lektüreergebnisse (menschlicher) hermeneutischer Prozesse mit den Ausführungs­ergebnissen ope­rativer Systeme parallelisiert, verglichen und kontrastiert werden. Auf diese Weise sollen die Kurs­teilnehmer:innen für die Unterschiede beider Lektüreverfahren sensibilisiert werden. Neben grund­sätzlichen Spracheigenschaften werden dann spezifische Programmierstile, die als Hin­weis auf Au­torschaft, Entstehungszeit oder Rezeptionsprozesse gesehen werden können, erarbeitet. Der deduktive Zugang zu Programmiersprachen und den in ihnen formulierten Programmen – aus­gehend von einfachen „Hello, world!“-Programmen bis hin zu komplexeren Softwareartefakten – ermöglicht die Teilnahme ohne vorherige Programmierkenntnisse; vielmehr können sich solche durch die Code­lektüre, die dabei sensibel für sowohl unterschiedliche Sprachkalküle wie auch -pa­radigmen wird, entwickeln. Teilnahmebedingung: Übernahme eines (Gruppen)Referates Leistungsbedingungen: Hausarbeit zu einem theoretischen Thema oder Projektarbeit mit einer Code-Lektüre. Sämtliche Materialen werden vom Dozenten in einem Moodle-Kurs zur Verfügung gestellt. MAP: Hausarbeit
 
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Utopien des Digitalen

Veranstaltungsnummer: 53519
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: PD Dr. Stefan Münker
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Die Digitalisierung ist ein technischer Prozess und ein kulturhistorisches Phänomen. Parallel zum technischen Prozess der Digitalisierung sind eine Vielzahl visionärer Ideen und utopischer Visionen entstanden, deren Geschichte das Seminar nachzeichnen will. MAP: Hausarbeit
 
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Cyber-Marx? Nick Dyer-Witheford lesen!

Veranstaltungsnummer: 53515
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Shintaro Miyazaki
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Digitalveranstaltung
 
Dass Digitalisierung negative Effekte zeitigt, wurde nicht nur durch die Covid-19-Pandemie merklich, sondern spätestens durch das gleichzeitige Auf­kommen der GAFAM-Konzerne (Google, Amazon, Facebook, Apple, Microsoft) und globaler, rechts­konservativer Ten­denzen seit 2015/2016 symptomatisch. Der kanadische Medien­wissen­schaftler Nick Dyer-Witheford bot bereits in seiner 1999 erschienenen Mono­graphie „Cyber-Marx: Cycles and Circuits of Struggle in High-Techno­logy Capitalism“ Ansätze zur Erklärung und Kontext­ualisierung dieser Tendenzen an. Die ins­gesamt neun Kapitel behandeln die Verschränk­ung von Arbeit, Kapital, Techno­logien, Medien und Information auf unter­schiedlichster Art und bieten einen guten Über­blick über die wichtigsten marxistischen Strömungen seit Marx, die für eine kritische und materia­listisch-archäologisch operierende Medienwissen­schaft einschlägig, relevant und kritisch wären. Während wir den „Cyber-Marx“ Kapitel für Kapitel lesen, besprechen, kritisieren und kommentieren, soll die Lektüre darüber hinaus durch weitere medienwissen­schaftliche (Friedrich Kittler, Jens Schröter, McKenzie Wark, Wendy Chun) und marxistische (Michael Heinrich) Positionen erweitert und/oder aktualisiert werden. Literatur: Nick Dyer-Witheford, Cyber-Marx: Cycles and Circuits of Struggle in High-Technology Capitalism, 1999 (PDF wird zur Verfügung gestellt). Teilnahmebedingung: Regelmäßige Lektüre, Wortmeldungen, lautes Vorlesen, Erstellung eines Sitzungsprotokolls. MAP: Hausarbeit
 
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Modul VIII - Projektmodul (10 LP)

Zeitbasierte Audiomanipulation

Veranstaltungsnummer: 53531
Leistungspunkte: 5
Lehrende/r: Martin M. Meier
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Die Verzögerung und Zwischenspeicherung von Klangereignissen spielt eine entscheidende Rolle in jeder Manipulation von Audiomaterial. Von Filtern, über Feedbackschleifen und Granularsynthese bis hin zu echobasierten Effekten wie Delay, Chorus, Flanger, Phaser und Reverb. Im Praxisseminar werden wir versuchen, mit Hilfe der Software Reaktor von Native Instruments solche Klangmanipulatoren herzustellen und in der Folge die erworbenen Kenntnisse im Analogstudio an Hardwaregeräten erproben. Das Seminar wendet sich an Studierende der Medienwissenschaft, BA und MA.
 
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Konzept Medientheater

Veranstaltungsnummer: 53530
Leistungspunkte: 5
Lehrende/r: Dr. Florian Leitner
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Hybridveranstaltung (Präsenz und Digital)
 
Das Medientheater am Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft ist ein Labor für medienkünstlerische Performances, die u.a. von Studierenden in Projektseminaren entwickelt werden. Nachdem in den zurückliegenden Semestern die Medientheater-Seminare in den virtuellen Raum verlegt werden mussten, ist damit zu rechnen, dass im Winter 21/22 wieder Treffen vor Ort im Medientheater möglich sein werden; ggf. können im Sinne einer Blended-Learning-Veranstaltung auch Treffen in den virtuellen Raum verlegt werden. Dabei wollen wir uns die Frage stellen, welche Möglichkeiten es gibt, in einem Theater Medien zum Thema zu machen. Hiervon ausgehend entwickeln die Teilnehmer_innen eigene medienkünstlerische Formate und Projekte, die im Medientheater präsentiert werden. Bemerkung NB: Die Teilnehmer_innen müssen ausreichend Zeit für die eigenständige Projektarbeit — ca. einen Arbeitstag pro Woche — einplanen! Es wird ihnen daher empfohlen, auch das begleitende Tutorium "Technik im Medientheater" (Malte Schulze, Di 14-16h, direkt vor diesem Projektseminar) zu besuchen. Das Tutorium bietet ein Forum, um sich für die vertiefte Arbeit an den Projekten zu vernetzen, sowie technische Hilfestellung bei der Realisierung der Projekte.
 
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Modul IX - Praxismodul (10 LP)

-- Keine Lehrveranstaltung in diesem Semester --

 

Modul X - Abschlussmodul (30 LP)

Arbeits- und Examenskolloquium Digitalität, Materialität und Produktivität

Veranstaltungsnummer: 53523
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Shintaro Miyazaki
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Examenskolloquium zur Vorbereitung und Begleitung von Masterarbeiten, Dissertationen und allem, was danach kommt und Arbeitskolloquium für fortgeschrittene Studierende. Darüber hinaus dient das Kolloquium für die Diskussion von Forschungsberichten aus dem Lehrgebiet "digitale Medien" und der gemeinsamen kritischen Lektüre relevanter Texte ("Oberseminar"). Bemerkung: Erbeten wird eine vorherige Bewerbung/Anmeldung per Email: Prüfung: Verteidigung
 
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Anmeldung per EMail


Examenskolloquium Mediendramaturgie

Veranstaltungsnummer: 53518
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Dr. Florian Leitner
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Medienwissenschaft im Allgemeinen beschäftigt sich mit der wechselseitigen Abhängigkeit von Information und Medium, v.a. im Hinblick auf technische Medien. Aus dieser Perspektive nimmt auch die Mediendramaturgie, als Teilbereich der Medienwissenschaft, ihre Gegenstände in den Blick. Dabei fokussiert sie auf eine ganz bestimme Art von Medien-/Informationsprozessen — nämlich auf solche, die fiktionale Handlungen zum Inhalt haben. In dem Kolloquium werden mediendramaturgische Theorien und Methoden besprochen, aktuelle Forschungspositionen vorgestellt und Examensarbeiten diskutiert. Prüfung: Verteidigung
 
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“Medien, die wir meinen” – Kolloquium zu Medienbegriffen aus technomathematischer und epistemologischer Sicht

Veranstaltungsnummer: 53508
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Wolfgang Ernst
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Hybridveranstaltung (Präsenz und Digital)
 
Medienwissenschaft hat einen blinden Fleck der Selbstbeobachtung: den Begriff der 'Medien' selbst. Unter Medien, die wir hier meinen, werden dezidierte technologische Medien verstanden. Im Kolloquium kommen verschiedene Verständnisse von Medien und ihre disziplinären Ausdifferenzierungen zur Sprache. Ferner dient das Kolloquium Forschungsberichten aus dem Lehrgebiet Medientheorien sowie der Diskussion von Examensarbeiten. Die Bekanntmachung der wöchentlichen Themen und ReferentInnen erfolgt durch die Mailingliste (Eintrag unter www.medientheorien.hu-berlin.de). Literatur: Alexander Roesler / Bernd Stiegler (Hg.), Grundbegriffe der Medientheorie, Paderborn (Fink) 2005; ders. / Stefan Münker (Hg.), Was ist ein Medium, Frankfurt / M. (Suhrkamp) 2008; Diskussionsangebot: Wolfgang Ernst, Medienwissen(schaft), zeitkritisch. Ein Programm aus der Sophienstraße. Antrittsvorlesung v. 21. Oktober 2003, publiziert in der Reihe: Öffentliche Vorlesungen, hg. v. Präsidenten der Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin 2004 (http://edoc.hu-berlin.de/humboldt-vl/ernst-wolfgang-2003-10-21/PDF/Ernst.pdf) Bemerkung: Um die digitale Lehre für diese Veranstaltung zu sichern, bitte wir um die Anmeldung online! Die Bekanntmachung der wöchentlichen Themen, Texte und Referenten erfolgt durch die Mailingliste „Sendungen“ (Eintrag unter www.medienwissenschaft.hu-berlin.de, Lehrgebiet Medientheorien)
 
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Examenskolloquium

Veranstaltungsnummer: 53503
Leistungspunkte: 3
Lehrende/r: Prof. Dr. Viktoria Tkaczyk
Sprache: Deutsch / Veranstaltungstyp: Seminar / Veranstaltungsart: Präsenzveranstaltung
 
Examens- und Forschungskolloquium für Verfasser*innen von Masterarbeiten, Dissertationen und Habilitationen. Gebeten wird um vorherige Anmeldung: . Eine Teilnahme in Präsenz ist erwünscht. Für die digitale Teilnahme wird um vorherige Absprache mit Prof. Dr. Viktoria Tkaczyk gebeten.
 
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Modul XI - Perspektiven der Medienwissenschaft (10 LP)

-- Keine Lehrveranstaltung in diesem Semester --

 

Tutorien

-- Keine Lehrveranstaltung in diesem Semester --

 

Weitere Lehrveranstaltungen

-- Keine Lehrveranstaltung in diesem Semester --